Achtung: Die digitale Zukunft ist da!

Zukunft : Zwentner.com

Ständig sind unsere Gedanken auf das gerichtet, was uns an neuen technischen Errungenschaften vermeintlich bald erreichen wird.
Das ist menschlich, und wenn Jules Verne sich schon im 18. Jahrhundert in technischen Zukunftsträumereien verlieren durfte, dann soll uns das heute bitteschön auch nicht verwehrt bleiben, im Großen wie im Kleinen.
Trotzdem die Zukunft ist da, und wer einmal hinschaut, der kann es auch sehen!

Ich sitze gerade in einem dieser neueren Regionalexpress-Wagons auf dem Weg ins Münsterland. Mein Macbook lädt an der dort in allen Vierersitzen installierten Steckdosenleiste.
Vor nicht allzu langer Zeit gehörte dieser Komfort, zumindest wenn wir von der deutschen Bahn reden, noch eher in den Bereich von Science Fiction.

Doch Spaß beiseite. Die wirklich alte Dame, die mir gerade gegenüber sitzt löst aktuell nativ ein Sudoku auf ihrem Tablet. In meinem Sichtradius befinden sich zur Zeit zwei Kindles, sieben oder acht Smartphones und gerade mal ein einziges Buch.
Man könnte meinen, dass vieles was gestern noch in den Geek-Bereich eingeordnet wurde, heute so richtig Mainstream geworden ist.
Naja, vielleicht auch nicht. Zumindest jedoch haben sich Dinge durchgesetzt, gegenüber Alltag, Lethargie und Gewohnheiten, die sich nun andere Wirkungsfelder gesucht zu haben scheinen.

Ist die Zukunft wirklich da?

Irgendwie ist sie das ja immer. Doch dieses mal fühlt es sich so richtig bahnbrechend und zum anfassen an. Und ja, wir sind alle live dabei.
Wer es nicht so euphorisch sehen mag erkennt vermutlich trotzdem an, dass diese Zukunft uns mindestens genauso betrifft, wie jede andere Zukunft auch.

Die meisten von uns haben einen großen Teil ihrer Identität bereits ins Internet verlagert. Kommunikation über Zeit und Raum hinweg ist so normal geworden, dass inzwischen kein Nerd mehr über das einstige Projekt der Internet-Zeit nachdenkt und sei es nur nostalgisch.
Die Angst vor krummen Geschäften und Betrug beim Shoppen im Internet gehört inzwischen genauso in die analen der digitalen Kultur, wie es vermutlich bald auch die Ressentiments gegenüber der Transparenz des eigenen Selbst im Netzwerk sein werden.

Alles was passiert ist, war vorherzusehen.
Genauso wie es jetzt vorherzusehen ist, das wir in spätestens einem Jahr alle mit dem Smartphone, statt mit Bargeld bezahlen und das wir in zwei oder drei Jahren mit selbststeuernden Autos durch die Gegend fahren werden.

Klingt das übertrieben? Klar, ist es auch, aber nur ein bisschen.
Verglichen mit dem was wir gestern noch über das Heute dachten dann aber doch irgendwie doch wieder nicht.
Morgen ist dennoch nicht Heute, doch anstatt den Kopf immer im Übermorgen zu haben, kann es nicht schaden sich mal genau diesen Moment vorzunehmen.
Denn wenn man genau hinschaut, sind Tablets, Kindles und Steckdosen in Zugabteilen nicht alles was die Zukunft zu bieten hat.

Die Möglichkeiten der Selbstdarstellung, Selbstoptimierung und Selbstvermarktung im Netz sind nicht nur omnipräsent geworden, sondern langsam auch immer notwendiger um gesehen und gehört zu werden im Strom der Gegenwart.
Bankgeschäfte, Tagebücher, Maßanzüge, selbstverlegte Bücher, Tauschgemeinschaften, Kunstrezeption, Musikproduktion- und Veröffentlichung oder politische Einflussnahme sind nur die Spitze des Eisbergs der digitalen Vernetzung und sie sind präsent, im hier und jetzt!

Das Netzwerk ist mit der Technik verschmolzen. Haushaltsgeräte sind online, wir überwachen unser Zuhause von unterwegs, steuern unsere Heizkörper von dort. Wir vermessen und überwachen unsere Körperfunktionen.
Wir lassen uns von unseren Smartphones dahin bringen wo es am besten schmeckt und wo die Preise am günstigsten sind, wir lassen uns die Augen Lasern, unser Skelett mit Licht vermessen. Zumindest könnten wir das alles!
Die Beispiele sind unerschöpflich und sie sind keine Technik von morgen.

Das Heute ist vielmehr das Morgen als wir manchmal denken, fangen wir an damit zu leben!

Sag was dazu!