Asia Travel Logs (002) – Operation Flugticket

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Die weltberühmten Höhlen von Ellora und Ajunta sind definitiv etwas das man in Indien nicht verpassen sollte. Aurangabat dagegen, die Stadt in der man übernachten muss um sie zu besichtigen, hat dagegen nichts zu bieten, bis auf die üblichen indischen Kuriositäten! Es folgen die Tagebucheinträge vom 11. und 12. November 2011

11.11.11
Sehr hartes Bett, in dem ich geschlafen habe wie ein Stein. ++ Jetzt superfrüh aufgestanden und natürlich noch müde. An ausschlafen war auf dieser Reise bis jetzt noch nicht zu denken. ++ Der Tagestrip nach Ajunta war ein Erlebnis! Die Höhlen sind atemberaubend, und die lange Fahrt hat sich gelohnt. ++ Die Rückfahrt war allerdings mal wirklich stressig. ++ Stau ohne Ende  und ein diesen Chaos auf den Straßen. Hier herrschst absolutes Faustrecht unter den LKW´s, Autos und Mopeds. ++ Im Eifer des Gefechts wurde unserem Taxi erstmal der Rückspiegel von einem Kleinlaster abgefahren, der sich an uns vorbeigequetscht hat. ++ Das verrückte daran war, das niemanden interessiert hat. Unser Fahrer hat nur komisch geguckt und tat so als wäre gar nichts. ++ Ich frage mich manchmal wie die Leute hier leben können. An den Straßenrändern wohnen sie in Häusern aus Müll und Planen. ++ Ich habe sowas inzwischen ja schon häufiger gesehen, aber es kommt mir jedes Mal auf neue wieder krass vor. ++ Jetzt erstmal Duschen und den schwarzen Dreck au meiner Nase putzen.++
20.00 Uhr
Sitzen in nem Restaurant und warten auf die Spezialität des Hauses, den “mixed Tandoori Sizzler”. Wir sind gespannt. ++ Im Hintergrund dudelt leider ein Fernseher auf dem eine schreckliche indische Soap läuft und die Atmosphäre die eigentlich ganz nett ist hier ein wenig zerstört. ++ Obwohl wir uns immer wieder sagen, dass wir es eigentlich nicht eilig haben, buchen wir gleich einen Flug von hier nach Dheli. Mit dem Zug würde das 24 Stunden dauern und wir müssten vorher noch mit dem Bus zum Bahnhof fahren. Die langen Fahrten werden uns nicht erspart bleiben, doch aus Aurangabad wegzukommen ist für uns jetzt gefühlsmäßig so am besten. ++ Es gibt jetzt grüne Minzpastete mit sauer eingelegten Zwiebeln, ziemlich lecker! ++ Es sieht irgendwie lustig aus, wie alle Kellner gebannt auf den TV glotzen und ihre Soap verfolgen. ++
22.00 Uhr
Das Internet in unserer Absteige funktioniert mal überhaupt nicht. ++ Die ganze Hotellobby ist voller Inder, die alle nicht wissen wo hier das nächste Internetcafe ist. Wir gehen unerreichter Dinge ins Bett. ++ Morgen hauen wir hier ab, egal wie! ++ Aus den Boxen klingt “Element of Crime” und wir packen unseren Kram zusammen. Gute Nacht Aurangabad. ++

12.11.11
Operation Flugticket dauerte ungefähr fünf Stunden. ++ Wir sindd drei mal durch die ganze Stadt hin- und her getingelt um erstmal gar nichts zu erreichen. Dieser Ort bietet wirklich nicht den Hauch einer touristischen Infrastruktur, was wohl daran liegt, dass meisten Ausländer hier mit organisierten Touren hinkommen, die Höhlen besichtigen und schnell wieder weg sind. ++ Wer keinen Rückfahrschein zurück nach Mumbai hat ist erstmal aufgeschmissen. ++ Aber ok, wir haben jetzt ein Ticket, für irgendeinen Bus. Mal schauen Die wollen uns irgendwo in Nähe des Flughaufens rauswerfen morgen, das wird bestimmt wieder lustig. ++ Jetzt sitzen wir gerade in einem schönen Veggie-Restaurant und Joke isst gerade ein unglaublich gutes Thali für umgerechnet glatte 84 Cent. ++ Ich habe mir ein sog. Bournvita bestellt. Schmeckt wie eine Mischung aus Kakao, Kaffe und irgendwas komischem. ++
15.30 Uhr
Zurück im Dachterassenrestaurant des Shree Maya. ++ Wir müssen jetzt noch neun Stunden warten bis unser Bus fährt. ++ Der kleine Spaziergang, den wir vorhin durch die Hinterhöfe von Aurangabad gemacht haben lässt mir die, auf den ersten und zweiten Blick eher abstoßende Stadt, nun etwas versöhnlicher erscheinen. ++ Ein kleines Schulmädchen entdeckte uns und versteckte sich erstmal hinter einem Auto, bis wir ausser Reichweite waren um uns dann zu winken. ++ Im Allgemeinen erregen wir hier schon aufsehen. Viele Leute grüßen uns und einige versuchen ein Gespräch anzufangen. An das Gefühl eine kleine Attraktion zu sein, muss ich mich erst wieder gewöhnen- ++
19.20 Uhr
Zu geil! Wir warten immer nicht im Shree Maya. ++ Joke bestellt schwarzen Tee ohne Milch und Zucker. Der Kellner bringt nach einer halben Stunde eine Kanne und fragt was wir bestellt haben. Wir sagen es ihm, er sagt “yes Mam” und verschwindet wieder. Kurz darauf kommt er zurück und bringt eine andere Kanne. In der war dann dünner schwarzer Kaffee. ++ Das nennt man wohl die typische Indienverpeilung. Vielleicht ist es aber auch nur ein Kurs in Gelassenheit, den die Inder jedem Ausländer, in einem kollektivem Programm, unterziehen. Wer weiss das schon. ++ Ich esse sog. Sabudana Vada: Frittierte Plätzchen aus aufgequollenem Reis mit Erdnüssen und Chilinote, voll gut! ++

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