Asia Travel Logs (004) – Rishikesh

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Wir sind in Rishikesh der Welthauptstadt des Yoga! Uns erwartet ein wahres Spektakel der gewerblichen Spiritualität sowie eine Trainingsstunde mit einem 103 Jahre alten Yoga-Guru! Es folgen die Tagebucheintrage vom 16.bis 18.11. 2011.

16.11.11
Rishikesh ++ um ca. 14.30 erreichen wir Rishikesh, die Stadt der Ashrams und Yogis am Himalaya-Rand. ++ Von beidem haben wir hier erstmal nicht viel gesehen. Der erste, recht schmutzige von drei Stadtkernen sieht eher aus wie ein staubiges Industriegebiet als wie ein Ort der Selbstkenntnis und Erleuchtung. ++ Fährt man jedoch Weiter in die anderen beiden Stadtteile, die beide wesentlich höher liegen, ändert sich dieses Bild völlig. Viele kleine und größere Tempel säumen den Straßenrand, die Luft wird spürbar klarer und die Wege kurviger und holpriger. ++ Unser Rikshafahrer bringt uns bis zu einer großen Fußgängerbrücke, die mitten über den Ganges führt, der das Tal eher plötzlich in zwei Hälften teilt. Die Brücke ist förmlich übersäht mit kleinen Äffchen, die beim Turnen in den Gittern und Aufhängungen ziemlich viel Spaß zu haben scheinen. Zwischen den Menschen bewegen sich auch immer wieder Kühe gemächlich über den schmalen Brückenpfad. ++ Auf der anderen Seite erwartet uns dann ein wahres Spektakel der gewerblichen Spiritualität, wir sind geplättet. Massig Souvenierläden, Cafés und Guesthouses breiten sich vor uns aus, und lassen das Gefühl aufkommen, dass Rishikesh inzwischen viel mehr sein muss als eine Pilgerstätte für Althippies, oder indische Erleuchtungssuchende.++ Der als Geheimtipp für sinnsuchende spirituelle Jünger aus aller Welt, entpuppt sich schnell als gut geölte Tourismusmaschine, allerdings eher für Budgetreisende. Große Hotels mit internationalem Standart sucht man hier vergebens. ++ Wir steigen im Syria Guesthouse, einer günstigen (350RS) aber sauberen Unterkunft mit Blick auf den Ganges, ab. Trotz des inszenierten bunten Treibens fühlen wir uns jedoch direkt sehr wohl hier. Zwischen den Straßenständen und Geschäften stehen immer wieder größere Gebäude mit Toren und Innenhof. Dies sind die Ashrams. Yogaschüler aus aller Welt wohnen hier für eine Spende und verbringen teilw. mehrere Monate als Gäste in den Ashrams. Ihr Tag ist hier klar strukturiert und alles dreht sich nur um Yoga. Viele weitere kleinere Yogaschulen säumen den Stadtkern und bieten Einzelstunden an. Es werden Meditiationen, Ayurveda-Seminare, Koch- und Hindisprachkurse und Musikstunden angeboten. Die Stadt platzt gerade zu als allen Nähten, wenn es um Angeboteindischer Lebensweisheiten geht. ++ Eigenartig aussehende Inder mischen sich, unter in dünne Stoffklamotten gehüllte Backpacker mit Yogamatten unter den Armen, Kühe und Mopeds. ++ Joke und ich finden etwas abseits gelegen einen Zugang zum Ufer des Ganges, an dem wir ganz allein sind. Wir machen dort fantastische Fotos. Das grünlich wirkende klar aussehende Wasser und die Spiegelungen darin wirken magisch. Kaum zu Glauben das der Ganges zu den dreckigsten Flüssen der Welt gehören soll. ++ Zum ersten mal am heutigen Tag ist es wirklich ruhig um uns herum. ++ Als wir gerade wieder gehe wollen wird Joke plötzlich schlecht. Sie hatte bereits vor unserem Spaziergang ein Magengrummeln und jetzt geht gar nichts mehr. Ihr Mittagessen will nun definitiv wieder heraus uns zwar vorne. Unser kleines Gangesuferplätzchen eignet sich jedoch geradezu hervorragend zum Brechen, oder wie Joke gerne sagt: spucken :) Keine Menschenseele weit und breit in Sicht und sogar Sand zum verscharren des Ergebnisses. Hätte schlechter laufen können. ++ Das unregelmäßige und scharfe Essen hier, gepaart mit den langen Bus- und Zugfahrten zollt halt irgendwann seinen Tribut.

17.11.11
Heute haben wir Rishikesh etwas eingehender erkundet. Unser Frühstück wär erstaunlich gut. Leckerer Kaffee, Croissants und Vollkornbrot! echt was besonderes, weil es sowas normalerweise hier nicht gibt. ++ der Tag war sehr relaxed. Gucken, entspannen, spazieren gehen und Leute anschauen, schön! + Ich habe mir eine Leinenhose gekauft. Das passt hier gut zum allgemeinen Erscheinungsbild und ist gemütlich. ++ Mittagsschläfchen und dann wieder los. Tee trinken, hier und da ein Tempel und eine angenehme Temerpatur, fühlt sich fast an wie Urlaub :) In einer Stunde nehmen wir an einer Vipassana Meditation Teil. Bin gespannt!
21.15 Uhr
Zurück von der Vipassana-Meditation. Ziemlich verrückt und eine tolle Erfahrung. Bei dieser Art der Meditation geht es in erster Linie um Atemtechnik gepaart mit Selbstwahrnehmung. Es hat ein bisschen gedauert bis ich mich darauf einstellen konnte und es war sehr anstrengend über zwei Stunden lang still zu sitzen. Unsere Lehrerin erklärte. eigentlich nicht viel. Nach gut zehn Minuten legte sie eine CD ein auf der ein Vipassana Guru zu hören war. Abwechselnd sprach der Guru auf Hindi und Englisch. hab kaum was verstanden. ++ Richtig gezündet hat es nicht bei mir. Hab ne leise Ahnung davon was es vielleicht auf Dauer interessant machen würde, denke aber das reicht mir. ++

18.11.11
Gleich um neun Uhr ging es zur Mourning Lesson einer Yogaschulen die wir uns gestern Abend noch ausgesucht haben. ++ die Schule war uns gleich bei unserer Ankunft hier aufgefallen. Ein sage und schreibe 103 Jahre alter Yogi soll hier unterrichten. Den wollten wir uns ansehen. ++ Als wir ankommen war der Raum schon fast voll. Wir bekommen zwei Plätze in der hinteren Reihe habe aber trotzdem eine gute Sicht nach vorne. Schon beim hereinkommen sehe ich einen alten Greis in er Ecke sitzen und Zeitung lesen. Wir machen uns alle bereit und als es langsam ruhig wird und alle den alten Herrn anstarren, scheint ihn da nicht weiter zu stören, er liest weiter, dann steht der kleine man auf und lacht uns an! ++ Die Stunde beginnt mit einem intensiven Aufwärmtraining für den ganzen Körper bei dem ich schon ganz schön ins schwitzen komme. Den Anweisungen des Yogis zu Folgen ist nicht immer ganz einfach, sein genuscheltes Englisch ist schwer zu verstehen. Zwischendurch übersetzt uns einer seiner Schüler, ebenfalls ein Yoga Meister das gesagte, und übernimmt irgendwann ganz den erst der Stunde. ++. Für mich persönlich war die zweistündige Einheit eine tolle Erfahrung. Weiß nicht ob mich der Ehrgeiz Yoga weiterzumachen packen wird. Ich glaube ich hab’s leider nicht so mit dem verbiegen. ++ Doch allein diesen fröhlichen, lebenslustigen und für seine 103 Jahre noch topfiten Mann zu sehen war für sich schon ein Ereignis. Immer wieder lachte er laut und ansteckend. Zwischendurch klügelte ein paar mal sein Handy. Er besitzt wohl eine Menge wissen und hat sage und schreibe 84 Jahre Yoga Erfahrung! wir haben ein Foto mit ihm gemacht. ++ den Rest des Tages frönten wir dem süßen Nichtstun, tranken Tee und aßen Suppe. ++ Morgen heißt es früh aufstehen. Wir haben uns einen Führer besorgt und machen eine ausgedehnte Wanderung durch das Tal um Rishikesh es soll einen Aussichtspunkt geben, von dem man die Spitze des Mount Everest sehen kann. Um 04.45. klingelt der Wecker…

 

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