Asia Travel Logs (006) – Faxen in der schönen Hauptstadt Rajasthans

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Jaipur, die Hauptstadt von Rajasthan erfüllt alle Anforderungen an das Postkarten-Indien. Wir sind begeistert von dieser schönen Stadt, auch wenn es manchmal zu dunkel zum Duschen ist, und wir ohne Erfolg versuchen ein Fax zu senden! Es folgen die Tagebucheinträge vom 22. & 23. November 2011

22.11.2011
Jaipur: Morgens um 06.30 Uhr erreichen wir den Mainbus Terminal direkt an der großen Mauer dem Wahrzeichen der Stadt. Jaipur ist die Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthan. ++
Recht schnell finden wir ein Zimmer für 900 RS die Nacht. Der Standart hier soll sehr hoch sein, wie wir gelesen haben. Das können wir auch langsam schon erkennen. Alles ist aufgeräumt und das orientalische/arabische Flair hier tut seinen Rest dazu.
Das „Postkarten-Indien“ scheint hier lebendig geworden zu sein, inkl. bunter Elefanten, geschmückter Kamele und Indern im klassischen „Maharadscha-Style“. ++ Auch die Architektur wirkt orientalisch. Prächtige Kuppeln und verschnörkelte Gitter finden sich hier an jeder Ecke. Wir schauen einem Trio pompös gekleideter Flötenmusiker zu die gemeinsam Kobra-Schlangen aus Strohkörben herausspielen, sehr beeindruckend. ++ Ein guter Einstand in Rajasthan der uns die 15 Stunden Busfahrt hierher schon fast wieder vergessen macht. ++

23.11.11
„Boutique Hotel – Every stay tells a story“ Mit diesem Slogan wirbt unsere eigentlich sehr schöne Unterkunft hier in Jaipur. ++ Unsere Geschichte hier ist wohl die, dass wir nun zum zweiten Mal direkt nach dem Aufstehen einen Stromausfall haben. ++ Da unsere Fenster mit Gitterosten versehen sind, ist es so dunkel, dass Waschen, Anziehen oder Duschen nahezu unmöglich sind. ++ Also begeben wir uns erstmal zu einem ausgedehnten Frühstück in den Hostelgarten. Zum Glück wird hier mit Gas gekocht. Nach ner Stunde ist der Strom wieder da, nach einer weiteren machen wir uns auf zum örtlichen Postamt. ++ Nach nur zwei Wochen hat sich bei uns schon soviel eingekaufter Kram angesammelt, dass wir ein Paket nasch Hause schicken wollen. ++ Besser jetzt als später, wir müssen das ja alles schleppen. Außerdem müssen wir ein Fax an Jokes Bank senden, das ihr Zugang zum Online-Banking gesperrt ist. ++ Nachdem wir uns etwa eine halbe Stunde durchgefragt haben wie das mit dem Paket verschicken läuft, landet es, von Hand in einen weissen Stoffsack eingenäht, auf der Waage eines Postbeamten. 10000 Rupien (ca. 15 Euro) für 4,1 kg Souvenirs nach Deutschland ist durchaus ok.++ Mit dem Fax wird es leider nicht so glatt laufen wie mit dem Paket. ++ Nachdem wir herausgefunden haben, dass Faxe im sog. Telegraph & Communication Center aufgegeben werden können stehe ich vor einem lustigen und ziemlich netten älteren Herren, der mich erstmal einen ellenlangen Fax-Auftrag ausfüllen lässt. ++ Nachdem ich das Ding fertig bearbeitet habe, versieht er es mit mehreren Stempeln und trägt dubiose Nummern in unterschiedliche Listen auf seinem staubigen Schreibtisch ein. ++ Ich bestätige ein weiteres Mal mit einer Unterschrift, dass das Fax nun gesendet werden darf. ++ Formular und Fax wandern dann durch die Hände eines zweiten und eines dritten Mitarbeiters. Dieser stöpselt dann endlich ein altes Faxgerät hinter dem Tresen ein, und startet den ersten von vier Sendeversuchen. ++ Die ganze Prozedur dauert gute 20 min. Ich warte und lächle einer alten Frau zu, die sich inzwischen zu mir gesellt hat. ++ Am Ende stellt der dritte Postbeamte fest, dass das Fax nicht gesendet werden kann. Vielleicht stimmt etwas mit der Nummer nicht. ++ Wir versuchen zwei weitere Varianten der deutschen Vorwahl, in der Zwischenzeit kommt ein vierter Postbeamter zur Unterstützung. Dieser bringt mir erstmal einen Chai. Wir unterhalten uns, trinken Tee und warten auf das Fax. Wieder Fehlanzeige! ++ Nach einer Dreiviertel Stunde verabschieden wir uns und ich gehe erfolglos. ++ Als ich das Büro verlasse läuft mir der erste Postbeamte hinterher und drückt mir noch die 50 RS Faxgebühr in die Hand, die ich schon bezahlt hatte! „Don´t worry Sir, this is India“ Er lächelt mich an und verschwindet wieder hinter dem Tresen.
Ja, das ist es wohl wirklich :)

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