Asia Travel Logs (010) – Die Wüste Thar!

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Drei Tage auf einem Kameltrek durch die Wüste! So etwas wollte ich schon immer mal machen. Ich kann nur sagen, es hat sich gelohnt!
Auch wenn die Wüste Thar nicht die Sahara ist und ich wohl die nächsten zehn Jahre, erstmal kein Kamel mehr besteigen muss! Wir trafen nette Menschen in den Wüstendörfern und bekamen den Wohl klarsten Sternenhimmel unseres Lebens als Belohnung!

04.12.11 Thar Desert
Wir sind auf dem Weg in die Wüste Thar und heute morgen hieß es bereits um fünf Uhr: Raus aus den Federn. Nach dem Frühstück erstmal 60 km mit dem Jeep Richtung Kamel-Camp. ++ Wir sind mit vier anderen netten Leuten in einer Gruppe. Es begleiten uns vier einheimische Wüstenführer und sieben Dromedare auf unserem Trip durch die Wüste. ++ Wir haben gerade Mittagspause. Die letzen vier Stunden haben wir auf den wackligen Rücken der Dromedare verbracht. Mir tat nach einer Stunde schon der Hintern weh, und es wird immer schlimmer. Wie soll das in den nächsten drei Tagen werden? ++ Unsere Guides haben gerade lecker für uns gekocht und nun ist Zeit ein bisschen zu relaxen. Unter dem Baum unter dem wir gerade sitzen ist es angenehm schattig, tritt man aber hinaus in die Steppe bemerkt man schnell das wir bereits in der Wüste sind. ++

05.12.11 Thar Desert 2
06:50 Uhr. Ich bin früh aufgewacht in meinem Feldbett mitten Inder Wüste. Die erste Nacht war super. Es wird langsam hell und die Vögel zwitschern, die ersten Fliegen summen mir auch schon wieder um die Nase. Die anderen scheinen noch zu schlafen. ++ Das sieht mir nach einer perfekten Gelegenheit aus, um ein großes Geschäft zu verrichten. Es wird langsam Zeit dafür, weil wir hier einfach soviel Reis und Linsen in den Pausen in uns reinstopfen und weil die schaukelige Reiterei auf dem Kamel das alles nicht besser macht.
Also das Klopapier geschnappt und los! Ich finde eine schöne Stelle hinter einer Düne, baue mir einen Zirkle aus Klopapier-Streifen und stelle mich hinein, die Augen Richtung Sonnenaufgang! ++ Bevor ich mich jetzt in Details verliere bleibt nur festzuhalten, dass alles ganz wunderbar geklappt hat und ich, als ich nach getaner Arbeit neben meinem brennenden Klopapierhaufen in die Steppe schaue, richtig stolz bin. ++
Heute ist der zweite Tag unserer Kamelsafari und wir machen gerade wieder Siesta. Das Reiten macht immer noch Spass aber es tut heute ziemlich weh zwischen den Schenkeln. Im Allgemeinen habe ich mir die Wüste etwas anders vorgestellt. Im Prinzip ist es eine große Steppe garniert mit wenigen Dörfern und großen bis mittelgroßen Sanddünen dazwischen. In So einer Düne haben wir dann auch gestern unser Nachtlager aufgeschlagen. ++ Den Abend verbrachten wir mit unseren Guides am Lagerfeuer mit Singen, Scherzen und Quatschen. Das hat echt viel Spass gemacht. ++ Doch das beste war dann die Nacht! Sternenklarer Himmel und ein sehr heller Mond. Es hat lange gedauert bis es richtig Dunkel wurde, doch dann hatten wir eine spektakuläre Sicht! Zum ersten mal in meinem Leben konnte ich wirklich sehen, das der Himmel gekrümmt ist, durch eine unverdeckte Sicht. Ich konnte dabei zusehen wie der Mond von links nach rechts über den Horizont wanderte, unglaublich!

06.12.11 letzter Wüsten-Tag
Die zweite Nacht in der Wüste liegt hinter uns, diesmal ohne Bettgestell, nur mit der Matratze auf dem Sandboden. Etwas härter aber ok. ++ Heute also der letzte Tag auf dem Kamel. Die Ruhe und die Weite hier werde ich bestimmt schnell vermissen, wenn wir wieder in der Zivilisation sind. ++ Die Kameltreiber sind echte Wüstensöhne und leben quasi auch hier. Wenn sie mal nicht mit Touristen unterwegs sind, dann schlafen sie in einem Camp in der Wüste und sind nur selten in den Dörfern, bei ihren Familien. Der drei Tages-Trip den wir gemacht haben gehört zu den kürzeren Safaris. Einige Treks dauern bis zu einem Monat und es werden dann ca. 500 km zurückgelegt, bis nach Pushkar. ++ Ein Guide erzählt mir, dass er und seine Kollegen jeden Busch und jeden Stein der Wüste kennen und sie nie eine Karte oder so etwas benötigen. ++ Das sind wirklich sehr nette und beeindruckende Menschen hier, die ihren Job vermutlich richtig lieben. Dauernd scherzen und lachen sie miteinander, und sie hatten sichtlich Spass daran uns zu bewirten. Sie und die Dorfbewohner die wir in der Wüste getroffen haben, gehören auf jeden Fall zu den nettesten und authentischsten Menschen die wir bisher in Indien getroffen haben. Klar auch unsere Guides sind hier teil der Tourismusindustrie, aber mit ihnen ist es irgendwie anders als mit vielen Leuten aus der Stadt. Sie verdienen zwar ihren Lebensunterhalt mit uns, aber ich habe den Eindruck, dass jeder einzelne Stolz darauf ist uns sein Zuhause zu zeigen. Die Kinder in den Dörfern haben sich ebenfalls wirklich über unsere Anwesenheit gefreut, ein tolles Gefühl. ++ In Jaisamler, erlebt man gewissermaßen die andere Seite der Medaille. Da kann man sich eigentlich nur auf sich selbst verlassen, weil wirklich jeder das Geschäft mit einem Westler wittert und hinter jedem gut gemeinten Tip ein Hintergedanke lauert. ++ Die Sache mit den Kamelsafaris ist halt das Riesengeschäft in Jaisamler. Fast jede Unterkunft bietet auch die Organisation eines solchen an und man wird manchmal wirklich genötigt, dort zu buchen. Die Zimmerpreise sind deswegen so erschreckend gering, dass man fast schon ein schlechtes Gewissen hat irgendwo einzuziehen. ++

08.12.11 Vorbereitung auf die Weiterreise!
Nach zwei Nächten unter freiem Himmel, war es schön wieder in einem weichen Bett zu schlafen. Wir haben uns diese Nacht ein Zimmer außerhalb des Trubels am Stadtrand genommen. Angemessener Preis und keine Kamelsafari-Nötigung. ++ Joke war die ganze Nacht schlecht und sie musste sich leider auch übergeben. Lag wohl an dem ganzen Stopf-Essen und der Reiterei. Inzwischen geht es aber wieder. ++ Ich habe den morgen genutzt um unsere Wäsche abzuholen, die wie vor unserer weiterreise nach Jodpur noch mal auf Vordermann haben bringen lassen. Zwei Bhang-Kekse hab ich auch noch gekauft, kann ja nicht schaden.++

 

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