Tastatur für das iPad gefällig? – Die Belkin QODE Ultimate Pro macht keine halben Sachen

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Solide Verarbeitung, Hintergrundbeleuchtung, und das Koppeln von zwei Geräten gleichzeitig.
Es gibt viele iPad Tastaturen da draussen. Ob man überhaupt eine benötigt oder nicht, ist sicher eine individuelle Entscheidung.
Fest steht, die Belkin QODE Ultimate Pro ist der Klassenprimus unter den Hüllen-Keyboards für das iPad. Ich habe mir das Teil man genauer angesehen.

03.08.2015

Warum aus einem Tablet einen Laptop machen? Diese Frage drängt sich geradezu auf, wenn man über das Thema iPad-Tastatur nachdenkt.
Natürlich ist es kein Geheimnis, dass das Software Keyboard in iOS nicht vergleichbar ist, mit der Qualität von haptischen Tasten. Zudem nehmen die Buchstaben auf dem Display gut die Hälfte des sichtbaren Bereiches ein.

Ja, ein Tablet ist eben kein Laptop, aber dafür gibt es eben andere Vorteile.

Sie sind leichter und kleiner als eine Notebook und bringen tonnenweise für das Touch Display optimierte Anwendungsfälle mit sich, die eben ein iPad zum iPad machen.
Nun gehört Textverarbeitung, trotz zahlreicher guter Apps, aber noch immer zu den Stiefkindern auf dem Tablet und das ist leider Systembedingt.

Tastaturen für das iPad, folgen dem Ansatz, dass sich mit ihnen das beste aus beiden Welten vereinbaren lässt.
Und da scheiden sich bis heute die Geister. Ob man selbst der “richtige” Anwender für ein iPad Keyboard ist oder nicht, hängt vor allem von den anderen verfügbaren Option ab. Doch dazu später mehr.

Wenn man sich schon eine Tastatur unter sein iPad schnallt, dann sollte man die ganzen eher minderwertigen Produkte (und davon gibt es zuhauf) lieber im Regal stehen lassen.
Denn wer viel auf dem iPad schreibt, sagen wir zumindest soviel, dass er über den Kauf einer externen Tastatur nachdenkt, der sollte bei Qualität und Funktion keine Kompromisse machen.
Sonst beißt sich doch die Ratte wieder in Schwanz oder so! Ihr versteht was ich meine.

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Belkin QODE Ultimate Pro

Die Belkin QUODE Ultimate Pro ist sicher der Klassenprimus unter den Tastaturen mit Hüllen-Funktion, sie hat aber auch ihren Preis.
In der Version für das iPad Air sowie für das iPad Air 2 schlägt sie laut unverbindlicher Preisempfehlung des Herstelleres mit satten 169,99 Euro zu buche. Dafür darf man aber auch etwas erwarten.

Von Außen robust

Das Ding besteht aus zwei teilen. Da ist zum einen ein fast herkömmlich aussehendes Rücken-Case, in das man das iPad hineinklipst.

Die Tastatur an Sich wird rücklings auf das Display gesetzt und hält so als Schutzdeckel her. Die oben angebrachte Kunstleder-Lasche wird dann von hinten um das Case geschwungen und haftet dort via Magnet.
Im Eingeklappten Zustand sitzt alles bombenfest, nichts wackelt oder rappelt.

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Das Kunstleder ist griffig, strapazierfähig und sehr sauber verarbeitet.
Optisch wirkt das ganze natürlich nicht so grazil wie ein Standart-Smartcase. Durch den Tastatur-Deckel ist das Ganze deutlich dicker und auch die Kunstleder-Lasche trägt auf.
Hier geht Funktionalität ganz klar vor schicker Optik.

Aufklappen

Beide Teile des QODE Ultimate Pro haften sehr fest und magnetisch aneinander. Keyboard und Display berühren sich dabei nicht, sodass Kratzer quasi unmöglich sind.
Das iPad lässt sich jedoch leicht anheben und aufrichten. Dann stellt man es in eine der beiden möglichen Winkel. Zwei ebenfalls magnetische Schienen sorgen dafür, dass es einen festen Stand hat.

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Wer will stellt sein iPad übrigens auch hochkant in die Vorrichtung. So steht es ebenfalls fest, auch wenn das ganze ein klein wenig wackliger ist.
Insgesamt ist der magnetische Klappmechanismus ziemlich gut durchdacht und überzeugt.

Bluetooth

Die Bluetooth Verbindung ist ebenfalls mit dem Klappmechanismus verknüpft. Sobald man die Tastatur aufstellt, wird die Verbindung automatisch hergestellt. Das funktionierte in meinem Test immer zuverlässig und schnell.
Ein besonderes Feature der QODE Ultimate Pro ist die Option ein zweites Gerät gleichzeitig zu koppeln.
So kann man, wenn z.B. eine Nachricht auf dem iPhone eingeht. Per Knopfdruck umschalten und über die Tastatur antworten.

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Für mich persönlich ist dieses Feature ehrlich gesagt nicht mehr als eine nette Spielerei, die dem guten aber teuren Stück wohl ein Alleinstellungsmerkmal geben soll. Wirklichen Mehrwert habe ich dadruch noch nicht erfahren.

Zur Vollständändigkeit sei noch erwähnt, dass sich das Keyboard natürlich auch mit anderen Bluetooth-fähigen Geräten, wie älteren iPads, einem Mac Mini oder Ähnlichem koppeln lässt.

Druckpunkt und Haptik

Hier stimmt alles. Die Tasten haben durch die Bank einen optimalen Druckpunkt und auch die Tastenabstände sind gut gewählt.
Im wichtigsten Kriterium für eine externe iPad Tastatur, der gebotenen Qualität beim Tippen, trifft die QODE Ultimate Pro volles Pfund ins schwarze. Einmal losgetippt fühlt man sich gleich wohl und wird produktiv.

Funktionstasten

Einige Tasten sind mit einer zweiten Funktion belegt. So lassen sich die Systemlautstärke oder die Spotlight Suche ansteueren, kopier und ausschneide Werkzeuge bedienen oder ein Screenshot machen. Die Doppelbelegung ist gut gelöst wie ich finde.
Andere Tastauren bieten eine extra Tasten-Leiste für diese Funktionen. Der Platz dafür geht aber meistens zu Lasten des Tippgefühls und das ist ja das absolut wichtigste.

Tastaturbeleuchtung

Über die Funktionstasten ist es weiterhin möglich die Tastatur beleuchtung ein- und auszuschalten und ihre Helligkeit zu regeln.
Die Beleuchtung ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Belkin Flagschiffs. Die ist aber im Gegensatz zum Bluetooth-Switcher wirklich richtig nützlich.

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Das iPad strahl ja bekanntermaßen ziemlich heftig ab, im dunkeln.
Die Keyboard-Beleuchtung gleicht das ein wenig aus. Naja und man erkennt die Tasten bei schlechten Lichtverhältnissen!
Das klingt zwar nicht besonders aufregend, ist es aber.

Akku Laufzeit

Die Tastatur hat einen eingebauten Akku. Wie soll das Ding auch sonst funktionieren?
Der lässt sich über ein mitgliefertes USB-Kabel laden und soll ohne Tastaturbeleuchtung ein ganzes Jahr halten.
Aber auch mit der Benutzung der LED’s unter den Tasten ist die Akku-Leistung beachtlich.
So beachtlich, dass ich bis jetzt noch nicht laden musste.
Aber was sagt da schon eine Woche Testzeit aus. Mir persönlich wäre es übrigens schnuppe, ob ich das Ding einmal im Monat an die Steckdose packen müsste oder einmal alle drei Monate.
Strich drunter: Der Akku reicht, und zwar alle Mal.

Fazit:

Die Belkin QODE Ultimate Pro ist kein Spielzeug, dass man sich mal eben so bestellt.
Wer ernsthaft Texte auf dem iPad produzieren will braucht dafür jedoch auch kein Spielzeug. Kompromisse bei der Qualität zu machen zahlt sich hier nicht aus.

Weiter oben habe ich allerdings auch über die verfügbaren Optionen im eigenen Schreib-Setting gesprochen.
Wieviele Menschen gibt es, die ernsthaft schreiben, und keinen Laptop besitzen? Allzuviele sollten das nicht sein.

Der Schreiberling, der Zuhause auf einem alten 15-zoller mit kiloschwerem Netzteil arbeitet und gleichzietig ein iPad sein eigen nennt, hat vielleicht noch den besten Anwendungsfall für die Ultimate Pro.
Wer dagegen ohnehin schon ein ortsflexibler Tipp-Nomade ist und nicht wahnsinnig genervt ist von dem Eqipment was er dabei mit sich herumträgt, findet schon schwieriger Gründe dafür sich eine solche Tastatur unter das iPad zu schnallen.

Zum Vergleich: Die Ultimate Pro wiegt zusammen mit einem iPad Air 971 Gramm. Mein Macbook Pro (late 2014) bringt 1568 Gramm auf die Waage.
Dieses gute halbe Kilo trage ich jedoch gerne mit mir herum. Die Vorteile die mir der Mac gegenüber dem iPad verschafft sind das einfach wert.
Wer ein Macbook Air oder irgendein Netbook zum scheiben nutzt wird das wahrscheinlich noch viel stärker merken.

Die Kombination aus iPad und Belkin QODE Ultimate Pro wird meinen Schreiballtag nicht verändern.
Die Umschnall-Tastatur macht das iPad zwar zu einer rundum gelungenen Schreibmaschine, doch den Laptop kann das nicht ersetzten.
Auch wenn das iPad dadurch fast wie einer aussieht, bleibt es eben ein iPad, mit allen iOS-seitigen Einschränkungen, die das mit sich bringt.

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Nun sind die Anforderungen und Ausgangslagen natürlich sehr unterschiedlich und es gibt mit Sicherheit Nutzer, für die ein iPad-Keyboard wirklich genau das richtige ist.
Dennoch sollte man sich genau darüber in klaren sein, dass das iPad dadurch nicht zum Laptop wird.
Gerade unbedarfte Nutzer sollten sich hier nicht täuschen lassen.
Wer sich jeodch darüber klar geworden ist, der trifft mit der Belkin QODE Ultimate Pro mit Sicherheit eine sehr gute Entscheidung und wird es nicht bereuen etwas tiefer in die Tasche gegriffen zu haben.

Ein durchdachtes Produkt, den man anmerkt, dass sich hier jemand Gedanken gemacht hat und dessen Verarbeitung und Funktionsumfang, definitiv in der obersten Liga spielt.
Und nur da sollte man nach einem iPad-Keyboard suchen, wenn man sich dazu entscheidet ernsthat Texte auf dem Tablet zu produzieren.
Ansonsten bleibt man lieber bei der Software Tastatur.

Weitere Informationen gibt es auf der Herstellerseite

(Vielen Dank an Belkin, für die Bereitstellung eines Testmusters)

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