Birdman – Ihr solltet reingehen!

banner-birdman-film_page_np

Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit, heißt der neue Film von Alejandro González Iñárritu (Babel, 21, Gramm) und ist der ultimative Superhelden-Film.
Ein mitreißender, beißend komischer Seitenhieb auf das Filmgeschäft in Hollywood und den Theaterbetrieb, der zurecht ein heißer Oscar-Kandidat ist.

07.02.2015

Zwei Stunden Daueranspannung durfte ich gestern im Kino erleben.
Die raffiniert erzählte Story um den Schauspieler Riggan Thomson (Michael Keaton), der in seinen besten Tagen den Superhelden Birdman verkörperte und nun (in erster Linie sich selbst)  mit einer anspruchsvollen Brodway-Adaption beweisen will, dass er ein großer Künstler und nicht einfach nur ein Promi ist, ist purer filmischer Rausch.

Iñárritu schickt sein Ensemble durch 120, von einem irren Drum-Sound getriebene, Minuten in die Katakomben eines Broadway Theaters und gewährt dabei Einblicke in das Leben Hinter den Kulissen der  Bretter die die Welt bedeuten.

Grandios besetzt mit Edward Norton, als exzentrischer Hipster-Actor, Naomi Watts als der wahrgewordene Traum einer großen Theater-Schauspielerin und Emma Stone als vernachlässigtes It-Girl.
Doch die große Show gehört Michael Keaton (alias Batman), der als Riggan Thompson (alias Birdman), den satirischen, selbstironischen, lakonischen und höchst schizophrenen Anti Superhelden gibt.

Birdman ist nicht mehr und nicht weniger als die filmische Demaskierung einer Industrie, die versucht in Zeiten einer hypervernetzten und auf Sensation getrimmten Gesellschaft, die nur noch der große Knall befriedigt, ihr Gesicht zu wahren und in der trotzdem immer noch Träume in Erfüllung gehen.
Ein Triumph!

Sag was dazu!