Bloggen mit iOS und wie es sich verändert hat!

Bloggen ios

Die Rucksack-Reisen der letzten Jahre stellten mich immer wieder vor die gleiche Frage: “Wie mache ich das mit dem Bloggen”. Auch dieses Mal habe ich mich wieder gegen das mitschleppen meines MacBooks entscheiden und auch dieses Mal war es wieder eine Entscheidung mit Ecken und Kanten. Aber es gibt positives zu vermelden. Meine neuesten Erfahrungen.

17.08.2016

Eines muss man dem iPad lassen: Es ist klein und passt genau in meinen 5 Liter Dry-Bag, den ich schon seit fast zehn Jahren zum Reisen als mein bevorzugtes Handgepäck sowie als Alltagstasche auf Rucksack-Reisen verwende.

Das Teil ist relativ diebstahlsicher, durch die Aufroll-Funktion immer nur so groß wie nötig und absolut Wasserdicht. Wenn ich unterwegs schreiben will oder wenn das Zimmer in dem ich schlafe mir das Gefühl vermittelt, meine Wertsachen lieber man Mann zu halten, dann passt das iPad da hervorragend hinein ohne zu stören. Für mein 13″ MacBook Pro bräuchte ich da definitiv was größeres.

Außerdem tippe ich auf einem etwas in die Jahre gekommenen iPad Air der ersten Generation, was zu diesem Zweck vollkommen ausreicht und zudem noch den Vorteil mit sich bringt, nicht ganz so mit Samthandschuhen angefasst werden zu müssen wie ein zwei Jahre altes MacBook Pro.

Sicher so etwas ist individuell, für mich persönlich macht es jedoch einen großen Unterschied, da der Mac Zuhause definitiv im Zentrum meiner elektronischen Welt steht und nur schwer zu ersetzten ist.

Rucksack-Reisen sind bei mir eine iOS Gala

Eine Tour mit dem Rucksack ist für mich also jedesmal wieder der Grund sich in Sachen “Blogging” auf iOS zu konzentrieren und sich die Zeit zu nehmen, zu schauen was sich so verändert hat und wie sich mit den Board-Mitteln und Apps für Apples “kleines” und doch so wichtiges Betriebssystem ernsthaft arbeiten lässt. Also los!

Die WordPress App

Viel hat sich hier nicht getan, zumindest nicht viel was sich positiv erwähnen ließe. Wie auch untern normalen Bedingungen nutze ich die WordPress App allenfalls zum korrigieren von Rechtschreibfehlern. Die App übernimmt immer noch nicht alle Formatierungen korrekt und staucht Gifs zu einfachen JPEGs zusammen um nur zwei Beispiele zu nennen. Auf dem iPad bleibe ich fast zu hundert Prozent dem Web-Interface treu.

Das ist nach wie vor sehr gut benutzbar und eben auch viel vertrauter als die iOS App. Ich wechsle im “iPad Modus” einfach in eine einspaltige Ansicht und dann komme ich da sehr gut drauf klar auch wenn es nicht perfekt ist.

Ulysses

Für das tippen längerer Texte setzte ich weiterhin auf Ulysses. Auf Mac und iOS nach wie vor die beste Möglichkeit um Texte zu produzieren. Auch hier hat sich was getan. Während diese Zeilen in mein iPad hacke sitze ich gerade an einem Holztisch vor unserer Strandhütte auf der malayischen Insel Perhentian Besar. Hier ist es wunderschön aber von Internet ist keine Spur weit und breit. Mit Ulysses lassen sich längere Texte auch Offline tippen und das ist genau das was man braucht, wenn man an anderen Ende der Welt sitzt, wie ich gerade.

Hat man jedoch ein gutes Netz, dann kann man neuerdings auch Blogposts direkt aus Ulysses heraus auf WordPress Posten. Die vor gut einer Woche erschienen neue Version soll sich sehr gut mit der WordPress API verstehen und den Besuch des Backends auf ein Minimum beschränken.

Da ich gerade bin wo ich bin, konnte ich das alles noch nicht testen. Aber hey ich will mich nicht beschweren :)

Pixelmator

Für mich entdeckt habe ich auf dieser Reise die iOS Version von Pixelmator. Auch auf dem Mac nutze ich Pixelmator häufig, das es für mich das perfekte Mittelmaß zwischen Photoshop und Affinity Photo ist und für meine, dann doch eher rudimentären Anwendungsfälle der Bildbearbeitung für ZWENTNER.com, genau die richtige Wahl ist.

Naja und die iOS Version ist wirklich benutzbar. Das Skalieren und “Kleinrechnen” großer Datein geht genauso einfach von der Hand wie das retuschieren und aufhübschen von Fotos. Weiterhin setzte ich auch gerne mal zwei oder drei Bilder zu einer Datei zusammen.

Da ich Zuhause ständig den Mac vor der Nase habe, hätte ich einfach noch nicht die Muße mich mit Pixelmator für iOS zu beschäftigen, ich muss wirklich sagen, dass ich der App da unrecht getan habe.

RSS und Instapaper

Sind nach wie vor nicht wegzudenken aus meinem Blogging-Alltag. Die iOS Version von Instapaper ist perfekt umgesetzt und spätestens seit der Apple seitigen Einführung von Extentions auf einem Niveau angelangt auf dem es nichts mehr zu bemängeln gibt.

RSS lese ich auch unter iOS mit der “Reeder App” und es macht für mich kaum einen Unterschied, welches System ist benutzte. Mein Input aus anderen Blogs und Medien ist also auch auf Reisen das gelbe vom Ei.

Text Expander

Ich konnte mich noch nicht dazu durchringen zur neuen und Abo-finanzierten Version von Text Expander zu wechseln. Auf der anderen Seite sind mir meine Snippets aber viel zu lieb um in einer anderen App von vorne zu beginnen.

Es ist ein Drama und ich wünschte die Leute bei Smile Software hätten auf ein anderes Pferd gesetzt. Für mich persönlich ist das Abo Modell einfach nichts und ich glaube da bin ich nicht alleine. Zu wenig “Pro” um die neuen Vorzüge des Abos zu brauchen und zu sehr mit dem System vertraut und in es eingebunden als das man einfach so eine Alternative wollen würde.

Naja und genau deshalb hänge ich noch auf der alten Version, die ja glücklicherweise weiterhin unterstützt werden soll, zumindest für die nächste Zeit.

Auch auf dem iPad lassen sich die meisten Snippets gut nutzen, so wie z.B. mein “Newsletter Disclaimer” den ich unter jeden Artikel hier packe. Einige Snippets musste ich dafür modifizieren, weil Safari ein Problem mit Hyperlinks hat. In diesem Fall habe ich mir Textsnippets mit HTML Code für den WordPress Texteditor gebastelt.

Was fehlt?

Eindeutig ein vernünftiges Tool zum Gif’s erstellen. Da habe ich ja selbst auf dem Mac nicht den Stein der Weisen und mache das meiste nach wie vor mit der rudimentären Software die Giphy liefert.

Da Gif’s unter iOS im allgemeinen ein Krampf sind, beispielsweise werden sie noch immer nicht von der Foto Mediathek erkannt, werde ich auch wohl noch lange auf eine Lösung warten müssen.

Über einen benutzbaren Meta-Tag Editor für mehrere Fotos gleichzeitig wurde ich mich ebenfalls freuen, aber auch hier muss man wohl Abstriche machen.

Fazit: Es geht und inzwischen sogar ganz gut

Für mich ist das iPad noch Dimensionen davon entfernt an die Usability meines Macs heranzukommen. Ob es das je kann oder je will, bleibt nach wie vor zu bezweifeln. Es gibt Leute für die füllt es manchmal eine Lücke aus und ich gehöre dazu. Das beschränkt sich aber eben auf die Zeiten in denen ich mit dem Rucksack unterwegs bin. Sobald ich mit Koffer oder Reisetasche auf Tour bin kommt da ganz bestimmt kein iPad sondern ein MacBook rein, soviel steht fest.

Dennoch: Bloggen funktioniert inzwischen unter iOS und das immer besser. Hat man sich erstmal mit den begrenzteren Möglichkeiten abgefunden und sich an einen umständlicheren Workflow gewöhnt, dann kriegt man inzwischen eine Menge hin mit dem Tablet und das Bloggen macht sogar Spaß.

Auch auf dieser Tour habe ich wieder einmal gemerkt, dass es sich lohnt sich mit der teilweise echt guten Software für iOS auseinander zu setzen und das man mit ein bisschen fummeln als Ziel kommt auch ohne MacOS.

Der Zuwachs an Mobilität zahlt sich hier mehr aus als irgendwo anders und ich würde es wieder so machen. Gerade mit den neuen Möglichkeiten von Ulysses und mit der Weiterentwicklung von iOS für das iPad erhoffe ich mir für die Zukunft noch mehr Komfort.

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