Der Datenschutz in der Gesundheitsversorgung schießt sich selbst ins Knie!

Datenschutz

Die Angst der Deutschen vor dem Missbrauch ihrer Daten ist eine Sache. Doch ist es nicht immer der Bürger selbst, der Innovationen ausschlägt.
Wenn die Möglichkeiten zur Verwendung, ohnehin gesammelter Daten nicht ausgeschöpft werden können, brauchen wir vor allem neue Gesetzte. Das sieht man gerade gut am Gesundheitssystem.

04.08.2015

Hab gerade gelesen, dass wohl jeder fünfte Smartphone-Nutzer irgendeine App installiert hat, die Aufzeichnungen über den eigenen Gesundheitszustand macht.
Vielleicht ein Zeugnis davon, dass viele Menschen die Möglichkeiten des Quantified Self, nicht nur interessant finden, sondern diese auch produktiv nutzen wollen.

Der deutsche Datenschutz verhindert, dass solche Daten mißbraucht werden, z.B. in Form von Apps, die Krankenkassen über das Verhalten der Versicherten informieren um es dann entsprechend zu sanktionieren oder zu belohnen.
Er verhindert aber auch den Gewinn, den Patienten und Gesundheitssystem aus der Datensammlung ziehen könnten.

Ärztliche Diagnosen sind häufig nur eine Momentaufnahme und die Therapie ist ein Best-Practice nach Schema F.
Die Daten die mittels moderne Technik heute schon gesammelt werden, erschaffen eine nie dagewesene Grundlage für die Behandlung, dieses Potenzial liegt jedoch noch brach.

Unsere Gesetze sind nicht drauf vorbereitet, dass Patienten schon sehr bald, mit ihren auf dem Samrtphone gesammelten Daten, zu ihrem Arzt gehen werden, und von ihm verlangen, dass er diese in seine Diagnose mit einbezieht.

Alle Sorgen um Datenmißbrauch bleiben berechtigt, auch wenn wir Deutschen ruhig mal einen Blick über den Tellerrand werfen sollten, z.B. nach Skandinavien.
Eines sollte jedoch ebenfalls klar sein: Die digitale Revolution in der medizinischen Versorgung findet in Deutschland gerade ohne ein gesetzliches Fundament statt.

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