Den Media Overkill vermeiden!

Media Overkill
Bei den ganzen Einflüssen, die heutzutage so auf einen herab regnen, muss man schon die eine oder andere bewusste Entscheidung treffen, um nicht unterzugehen im Informations- und Unterhaltungsoverkill.
Ein Paar nützliche Helfer gibt es zum Glück. Eine Entscheidung des Geschmacks und der persönlichen Präferenzen, bleibt die Frage nach dem, was man wo und wie konsumiert aber in jedem Fall.
Meine Medien-Nutzungsstrategie ist die folgende:

16.01.2015

Filme:

Trotz der immer schnelleren Verfügbarkeit von Filmen als Stream oder auch zum Kaufen auf physischen Datenträgern, gehe ich noch immer gern ins Kino. Die Sache mit der Vorfreude auf einen bestimmten Film funktioniert dort immer noch am besten.
Die große Leinwand und das Popcorn-Drumherum kann man Daheim nicht kopieren. Kino muss nicht immer sein, aber ist für mich manchmal ein Muss.
Daheim schaue ich mir ebenfalls gerne mal einen Film an. Ich handhabe es hier jedoch insgesamt ähnlich wie mit Filmen im Kino.
Bei mir läuft ein Film nicht nebenbei, während ich etwas anderes mache. Ich bemühe mich dabei um volle Aufmerksamkeit und flankiere das Ereignis gerne mit Knabberzeug oder Ähnlichem. Seit einiger Zeit haben wir daheim einen Beamer, der das Kinoflair natürlich noch steigert.
Je nach Situation schaue ich Filme über iTunes, Amazon Prime oder lege eine DVD ein. Die leihe ich durchaus auch noch mal in der guten alten Videothek bei uns um die Ecke aus.
Im Schnitt schaue ich 1-2 Mal die Woche einen Film. Das bedeutet natürlich, das ich eine Auswahl treffen muss. Für schlechte Filme ist bei mir keine Zeit, bzw. dann mache ich lieber was anderes.
Da wir Daheim keinen Fernseher haben, entfällt natürlich auch das Filme schauen im TV.
Bewertungen bei IMDB helfen mir oft bei der Vorentscheidung, in der Regel kriege ich aber schon mit was sich für mich lohnt und wovon ich besser die Finger lasse.

Nachrichten:

Zu fast hundert Prozent über das Internet. Fast alles was ich lese landet in meinem RSS Reader. Was von außerhalb kommt, sowie alles was ich gerne später lesen will verschiebe ich nach Instapaper. Externe Quellen sind häufig Twitter oder ADN.
Physische Tageszeitungen lese ich nur wenn sie mit mal unter die Finger kommen, was selten der Fall ist. Weiterhin konsumiere ich Nachrichten in Form von Podcasts, da geht es dann meistens auch etwas in die Tiefe.

Bücher:

Was ich an Büchern lese, basiert häufig auf Empfehlungen von anderen, auf Rezensionen, die ich irgendwo gelesen habe oder auf Autoren die ich verfolge. Hin- und wieder stöbere ich auch einfach mal auf Amazon herum.
Ich lese klassische Bücher aber auch viel auf dem Kindle.
Bei den Büchern, spüre ich den Media Overkill mitunter am deutlichsten. Vieles was mich interessiert, schaffe ich einfach nicht zu lesen. Die Konkurrenz der anderen kurzweiligeren Medien trägt ebenfalls dazu bei, dass ich teilw. viel weniger Bücher lese als mir lieb ist.
Hörbücher kamen für mich nie richtig in Frage. Das liegt wohl daran, dass ich fast immer wenn ich unterwegs bin Podcasts höre.

Musik:

Großes Thema. Inzwischen höre ich wenn ich Bahn oder Rad fahre eigentlich keine Musik mehr. Die Zeit geht bei mir für Podcasts drauf.
Geld ausgeben tue ich am liebsten für Vinyl. Wenn ich eine Platte auflege, hat sie meist meine volle Aufmerksamkeit, was guter Musik einfach gerecht wird. Mp3s höre ich aber mindestens genauso viel.
Die liegen im meinem iTunes Match Account vor, sodass ich sie auf allen meinen Geräten abspielen kann. Hin und wieder klicke ich mir auch mal einen Spotify Monat, zum Spass. Das ich jedoch nicht mehr ohne Spotify leben könnte kann man wirklich nicht sagen.
Die dritte große Musik Säule bei mir ist online Radio. Darüber habe ich auch schonmal was geschrieben.
Ich lese recht häufig die SPEX, und verfolge neue Musik bei Pitchfork.com, beim Musikexpress oder suche auch manchmal ganz gezielt nach neuen Sachen. Dabei bin ich eigentlich ganz gut auf Kurs und habe selten das Gefühl irgendwas zu verpassen was meinen Geschmack trifft.

Was halte ich mir vom Hals:

Wie schon erwähnt, halte ich mir das gesamte TV Programm vom Hals. Das ist für mich absolute Zeitverschwendung. Im Allgemeinen halte ich mich auch aus dem Thema YouTube raus. Zu recht ist YouTube für viele schon längst das neue Fernsehen. Das ist sicher nicht schlecht, doch YouTube ist ein ähnlicher Zeitfresser wie das klassische Fernsehen, nichts für mich.
Ich schaue eigentlich keine Serien. Ich weiss, dass es einige verdammt gute Serien gibt und das Filme nie an die Erzählstruktur einer Serie herankommen.
Es gibt jedoch soviel gute Serien, das mich das total überfordert. Jeder hat andere Empfehlungen viele ist Reizvoll.
Naja, und man wird im wahrsten Sinne des Wortes süchtig von Serien. Bei den ein oder zwei Serien die ich schon gesehen habe, hätte ich ganze Tage damit verbringen können mit eine Folge nach der anderen zu geben. Klar ist das auch irgendwie schön, aber insgesamt geht mir dabei zuviel Zeit drauf.

Yin & Yang

Insgesamt bin ich mit meinem Momentanen Medienkonsum ganz gut in Einklang. Hin und wieder hab ich das Gefühl was zu verpassen, doch das hält sich noch im Rahmen.
Bei Nachrichten und bei Büchern komme ich hingegen häufig nicht hinterher.
Manchmal wird mir das alles zuviel. Ich hab jedoch selten den Wunsch mich mal für ne Zeit aus meinem Stream heraus zu ziehen. Ich glaube sowieso, dass wenn es soweit ist, dass man den Wunsch nach einer Medien-Auszeit irgendwo in der freien Natur verspürt, schon viel früher hätte damit anfangen können was zu verändern.
In unserer Informations- und Entertainment Gesellschaft ist es wichtig etwas Selbstschutz zu betreiben indem man sich bewusst ausgewählten Kanälen zuwendet und sich nicht vereinnahmen lässt vom allgegenwärtigen Media Overkill! Die individuellen Strategien dafür muss jeder selbst finden.

Media Overkill photo von Shutterstock

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