Der Plattenladen kann auch nicht mehr das sein, was er mal war!

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Ein guter Plattenladen hat vieles da und wenn mal was fehlt, dann kann er es besorgen. So zumindest die Faustregel in Zeiten vor dem Internet. Heute sieht das leider etwas anders aus.

28.06.2016

Wenn ich einen Plattenladen betrete und etwas bestimmtes Suche (ich rede jetzt von Neuerscheinungen und Reissues) dann ist es in der Regel sofort gekauft, wenn es denn da ist. In solchen Momenten feiere ich den Laden meines Vertrauens innerlich ab und habe meist für kurze Zeit das Gefühl einen musikalischen Verbündeten in der Stadt zu haben. Wer braucht da schon das Internet?

Der Plattenladen von heute setzt meist auf eine gesunde Mischung aus Neuerscheinungen und Reissues und/oder einen mehr oder weniger respektablen Grundstock an Second Hand Scheiben. Neue Musik und besonderes der Musik-Mainstream sind wichtig und fast immer im Programm, damit Umsatz gemacht wird und die Laufkundschaft nicht enttäuscht wird und dann dem Netz den Vorzug gibt.

In Plattenläden suche ich persönlich ebenfalls am meisten nach Neuerscheinungen gehöre also zu einem gewissen Teil der Zielgruppe. Es geht mir nicht wirklich darum, dass alles was ich Suche auch immer im Laden vorrätig ist.

Dafür sind die Geschmäcker eben zu verschieden und inzwischen erscheint wieder soviel Musik auf Vinyl, dass der Ladenbetreiber schon entscheiden muss und auch soll. Denn das gibt seinem Laden letzen Endes natürlich das Gesicht.

Naja und wenn mal was nicht da ist, dann kann der Dealer es auch heute, in der Regel, noch bestellen. Wo ist also das Problem möchte man meinen! In meiner Schallplatten-Sammelwelt besteht jedoch noch ein Problem und das ist Folgendes.

Wenn der Plattenladen nicht kann wie er will:

Ich stehe auf farbiges Vinyl, dass meist als sog. Limited Edition mit der Veröffentlichung eines neuen Albums in geringer Auflage mit gepresst wird. Gerade diese Schallplatten sind meist sehr schnell vergriffen und man muss sich zeitig auf die Jagt machen um die farbige Variante eines neuen Albums zu erhaschen.

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Vieler dieser Limited Editions werden auch speziell nur in unabhängigen Plattenläden verkauft, was eigentlich eine sehr gute Sache ist. Denn so hat das Ladenlokal einen echten Vorteil gegenüber den online Stores. Deutsche Plattensammler schauen dabei jedoch oft in Röhre.
Warum? Weil auch der Plattenladen-Besitzer diese oft zu erhöhten Versandkosten bestellen müsste, verzichtet er häufig darauf und stellt sich nur die Standart Version ins Verkaufsregal.

Auch auf direkte Anfrage nach einer Limited Edition wird man von seinem Platten-Dealer leider häufig enttäuscht, denn er macht einfach keinen Gewinn damit, eine solche Platte extra für einen einzigen Kunden zu besorgen.
Ordert er eine, nur für den Besteller, sind ihm meist die Versandkosten und der Aufwand zu hoch. Kauft er gleich einen Schwung, sinken zwar die Versandkosten, doch meist nicht auf ein Niveau, auf dem er die übrigen Exemplare mit einer angemessenen Marge an Mainstream-/Lauf-Kunden verkaufen könnte.

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Und so bin ich mit meinem Spleen nach farbigen Schallplatten dann doch meistens auf mich allein gestellt. So gern ich den Plattenladen in meiner Stadt unterstützen würde: Ich bin doch immer wieder dazu gezwungen meine Platten selbst im Ausland zu ordern und teilweise dafür tief in die Porto-Tasche zu greifen.
Immerhin bestelle ich so wenigstens noch manchmal direkt in Plattenläden in England oder Übersee, aber dem lokalen Vinyl-Markt, ist damit natürlich auch nicht geholfen.

Es ist schon irgendwie tragisch, die Plattenläden in Deutschland können teilweise nicht wie sie wollen, weil sie schlicht und einfach überleben müssen und die Kunden müssen teuer im Ausland kaufen, weil ihr Hobby dann leider doch noch nicht wieder so Mainstream ist, wie alle immer sagen…

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