Dronen als Postboten?

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Es weihnachtet so langsam und wie üblich dürfte das Fest der Liebe auch gleichzeitig wieder eine Herausforderung ohne Gleichen für die Paketzustelldienste auf der ganzen Welt darstellen.
Auch wenn die meisten Besteller ihre Geschenke wie immer wohl noch rechtzeitig unterm Baum liegen haben werden, macht sich der Beobachter doch Jahr für Jahr mehr Gedanken darüber wie lange das etablierte Logistiksystem in unserer “Bestellgesellschaft” wohl noch funktionieren kann.

Die meisten dürften Amazons kleinen Mediencoup zum Cyber Monday, dem traditionellen Auftakt des Weihnachtsgeschäftes in Online Stores der USA, bemerkt haben.
In einem Video präsentierte der Konzern von Jeff Bezos seine ganz persönliche Lösung für das Päckchen der Zukunft. Auch wenn die Auslieferung von Sendungen per Drone sicherlich weit davon entfernt ist auch nur Zukunftsmusik zu sein, beflügelt dieser Utopische Ansatz durchaus dazu das Konzept von Paketzustellungen mit Hilfe von Fahrzeugen auf Straßen zu überdenken.
Denn die Grenzen der Kapazität dieses Systems könnten schon sehr bald erreicht sein.

Der Trend geht zum Klick-Kauf

Das Bestellen im Internet hat seitdem es möglich ist, mehr und mehr an Beleibtheit gewonnen. Zur Veranschaulichung genügt hier allein schon ein Blick auf den deutschen Markt: Im Jahr 2012 kauften 38,1 Millionen Menschen im Internet ein! Lässt man die Lebensmittel mal außen vor, entspricht das 14,2 % aller Waren die in diesem Jahr von Deutschen gekauft wurden.
Wenn man bedenkt, dass für all diese Sendungen mindestens zwei Fahrzeuge unterwegs sind bis sie dem Empfänger an der Haustür ausgehändigt werden, fällt es nicht schwer zu glauben, dass dies früher oder später Probleme mit sich bringen kann. Dazu kommt noch die enorme Menge an Retourensendungen von Bestellten Produkten. Nahezu jedes zweite im Internet bestelle Paket wurde 2012 zurück geschickt.
Die Suche nach Alternativen Wegen der Zustellung wird also zunehmend angebrachter!

Wem ist es nicht schonmal so vorgekommen als wenn die Geschäfte in den Innenstädten nur lediglich noch die Funktion eines “Schauraums” für Produkte erfüllen und eben nicht mehr unbedingt der Ort sind wo diese auch gekauft werden.
Der Konsument von heute ist sich der Tatsache bewusst, dass zu einer Kaufentscheidung auch ein Preisvergleich im Internet gehört. Und dort sind die Preise meistens besser. Onlinehändler haben keine Kosten für Ladenlokale und Verkaufspersonal und können so sehr häufig das Angebot der traditionellen Geschäfte unterbieten.
Das es in den meisten Shoppingmalls, Arkaden und Innenstädten der Republik fast eh nur noch Retail-Geschäfte etablierter globaler Unternehmen zu finden gibt, macht den Einkauf im Laden noch weniger attraktiv.
Und auch die schwindende Zahl von z.B. einzigartigen Klamottengeschäften wird inzwischen gut daran tun, neben dem Verkauf im Laden, auch Produkte online anzubieten.

Sicher, es wäre etwas schwarzgemalt, den Einzelhandel zu diesem Zeitpunkt komplett abzuschreiben. Doch eine Tendenz ist klar erkennbar.

Wie könnte die Zukunft aussehen?

Nehmen wir einmal an, es wäre irgendwann der Zeitpunkt erreicht, an dem es sich für die Unternehmen nicht mehr lohnt ihre Waren in Ladenlokalen anzubieten. Das Bild der Innenstädte würde sich radikal verändern. Da der größte Teil dieser momentan aus Geschäften und Kaufhäusern besteht, wäre es durchaus interessant zu spekulieren was an ihre Stelle treten würde.

Unser Straßensystem würde die Last der bestellten Waren wohl nicht mehr tragen können, und vielleicht würden Pakete wirklich über den Luftweg transportiert werden. Sicher nicht zum Empfänger vor die Haustür, aber vielleicht zu einer zentralen Sammelstelle in den Wohnsiedlungen oder zentralen Plätzen der Städte. Ähnliches passiert ja jetzt schon mit den sog. Packstationen der deutschen Post.
Der öffentliche Teil des “Shopping” würde sich dann auf das abholen der Waren an solchen Orten beschränken, während das auswählen handeln o.Ä. nur noch online stattfinden würde.

Ob das besser oder schlechter ist als jetzt kann ich mir gerade nicht wirklich vorstellen. Grundsätzlich finde ich den Gedanken sympathisch, dass in den Innenstädten mehr Raum für andere Dinge als Konsum geschaffen werden könnte. Wir dürfen gespannt sein was uns da in den nächsten Jahren erwarten wird!

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