Ein Gespenst geht um und es heißt “Post Privacy”

Wie bewegen wir uns im Internet wenn alles egal ist?

Diese Frage scheint momentan dringender zu sein als den meisten wohl bewusst ist. Doch ist denn wirklich alles egal?

Fest steht eins: Nach der öffentlichen Bekanntmachung von Prism und Tempora wissen wir nun alle, dass unsere Privatsphäre im Netz dahin ist, ja das sie seit Jahren bereits nicht mehr existiert.

Bestrebungen seinen Netzverkehr zu verschlüsseln erscheinen angesichts der “neuen” Situation jetzt genauso sinnlos wie den Lebensraum Internet zu verlassen und nur noch Face to Face Kommunikation zu suchen.
Was in diesen Tagen die Runde macht ist eine Rede über die sog. “post-privacy”. Ein neues Zeitalter ist eingeläutet, in dem die völlige Durchleuchtbarkeit aller Bürger als gesetzte Größe ausgemacht ist. Dem gegenüber gilt es sich jetzt zu verhalten.
Doch was machen wir jetzt mit dieser Aufforderung?
Aus dem Blickwinkel der “neuen” Situation heraus kann es nicht mehr heißen: “Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten” soviel ist klar!

Auf der Makroebene gibt es bereits gute Analysen und neue ideologische Ansätze für einen Umgang mit “post-privacy”. Es wird von einem neuen Spiel gesprochen nach dessen Spielregeln wir nun unser handeln ausrichten sollen. Wenn wir schon alle im Glashaus sitzen, dann sollen wir jetzt gefällig mit Steinen werfen; und zwar genau in die Richtung derjenigen die uns beobachten! Transparenz als oberste Maxime im Kampf gegen die Kontrollgesellschaft ist das neue Credo im Umgang mit den Informationen über uns selbst.

Post Privacy = virtueller Fatalismus?

Bedeutet “post-privacy” also das wir jetzt, mit unseren Daten hausieren gehen sollen, damit die NSA mit den Informationen möglichst wenig Druckmittel (gegen was auch immer) über uns hat?
Vermutlich ist die Motivation seine Passwörter, Telefonbücher oder Urlaubsfotos jetzt ganz bewusst in möglichst viele öffentliche Kanäle zu leiten bei den meisten durch die “neue” Situation nicht gerade gestiegen. Das es dazu auf der Microebene mehr als genug gute Gründe gibt eben genau das nicht zu tun, braucht nicht extra erwähnt zu werden.
Ist mal davon abgesehen, dass ein allzu laissez fairer Umgang mit unseren Informationen uns auf der zwischenmenschlichen und persönlichen ebene eher verwundbarer macht, ein fatalistischer Umgang mit unserem digitalen selbst, denn jetzt trotzdem ein richtiger Weg?

wir die Netzgemeinde sind jetzt gefragt! Aber wie?

Post Privacy ist Realität! Auch wenn darüber inzwischen Konsens herrscht und auch wenn klar ist, das wir das Ruder längst aus der Hand gegeben haben, bleibt trotzdem noch die theoretische und moralische Aufforderung unserem Informationshaushalt eine neue Ausrichtung zu verpassen! Doch woraus genau soll der einzelne denn jetzt zwischen Verschlüsselung, Aufstand und Fatalismus ein konkretes und neues Verhalten ableiten? Die Frage überfordert viele zurecht, und es ist aus dieser Warte heraus auch nicht verwunderlich, dass viele mit dem Thema nichts anzufangen wissen und unberührt weiter machen wie bisher!
Aber genau darüber pikiert sich ja jetzt die virtuelle Elite.

Oder ist das vielleicht dann doch der einzige Weg, weil dieser zumindest vordergründig die Qualität des Netzlebens erhält! Mal so ganz operativ gedacht?

Sag was dazu!