Klassische Filme und die Utopie: Sind die Visionen aus der Vergangenheit die Inspiration der Zukunft?

Vor ein paar Jahrzehnten sind noch Dinosaurierpuppen unstetig durch unsere Bildschirme gewackelt und die Raumschiffe aus Karton waren erkennbar, weil das Budget offensichtlich nicht ausgereicht hat. Seitdem hat das Science-Fiction Genre nicht nur an Noblesse gewonnen, sondern die Technologie hat sich generell weiterentwickelt.

Skype, iPad, Weltraumstationen schon im Jahr 1968

Eine Raumstation, die mit einem Shuttle in Flugzeugdesign erreicht wird – das war 1968 im Stanley Kubricks legendären Science-Fiction-Epos 2001: Odyssee im Weltraum noch pure Utopie. Der Bau des ersten NASA Space Shuttles war 6 Jahre danach und Salyat 1, die erste umlaufende Weltraumstation der Erde, wurde erst 1971 gebaut. Mehrere technische Berater wurden für 2001: Odyssee im Weltraum eingestellt, von denen einige von Co-Drehbuchautor Arthur C. Clarke empfohlen wurden, der bereits selbst Kenntnisse in der Luftfahrt erlangt hatte. Im Film kann man auch ein Gerät erkennen, was einem iPad ähnelte. Das war 42 Jahre bevor das iPad veröffentlicht wurde. War Steve Jobs etwa ein Fan von diesem Film? Der Kapitän der Raumstation sprach in diesem Movie auch mit seiner Tochter, die auf der Erde wohnte. Sie kommunizierten auf einem Computermonitor und es glich einer Webcam, so wie wir sie heute kennen. Die seltsame Sache ist, dass nur 35 Jahre danach Skype erfunden wurde. Hat der Film die Zukunft vorausgesagt oder gar vielleicht beeinflusst?

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Rain Man, Tesla, Roosevelt und die Eidetik

Jeder erinnert sich an den klassischen Film “Der Regenmacher” mit Dustin Hoffman und Tom Cruise (bekannt aus Mission Impossible) – ein 350 Millionen Dollar Drama aus dem Jahr 1988. Die Charaktere von Hoffmann leidet an mehrfachen Persönlichkeitsstörungen. In einer Sub-Handlung des Films erkennt Charlie (Tom Cruise), dass Raymond (Dustin Hoffman) ein fotografisches Gedächtnis besitzt und eine unglaubliche Vorliebe für Zahlen hat. Er lehrt deswegen seinem Bruder die Grundlagen der Kartenzählung bei Blackjack. Irgendwann während der Blackjack-Szene erhält Charlie wegen der nächsten Karte ein Signal von seinem Bruder und erhöht signifikant, was gemäß den Betway Regeln bedeutet, dass der anfängliche Einsatz verdoppelt wird. In der Filmszene, die im Caesars Palace Casino in Las Vegas gedreht wurde, konnte Tom Cruise so die Hand gewinnen hat. Wenn man darüber nachdenkt, könnte Raymond mit der richtigen Strategie und ausführlichen Anweisungen eigentlich zur ultimativen Kartenzählmaschine mutieren. Er hat einfach eine erstaunliche Fähigkeit, die es ihm erlaubt, sich mit Leichtigkeit Details zu merken, die für andere sehr schwierig sind. Aber ist ein fotografisches Gedächtnis zu haben real oder Utopie? Es ist schwer zu sagen, ob ein fotografisches Gedächtnis tatsächlich existiert oder nicht. So wie eine Kamera ein Foto einfängt, um einen Moment festzuhalten, so soll ein fotografisches Gedächtnis geistige Schnappschüsse machen und diese dann später ohne Fehler wieder aufrufen können. Tesla selbst behauptete, dass er ein fotografisches Gedächtnis besitzen würde. Er hatte kein Problem damit sich ganze Bücher zu merken, aber er durchlebte auch zufällige, blendende Lichtblitze, die manchmal von Halluzinationen begleitet wurden. Teddy Roosevelt zum Beispiel, konnte ganze Zeitungsseiten rezitieren, als ob er sie direkt lesen würde. Er war auch ein Geschwindigkeitsredner und es wird behauptet, dass er zwei Bücher pro Tag gelesen haben soll. Mit der neurowissenschaftlichen Technologie von heute steigt mit jedem Tag die Hoffnung, dass man hinter dieses außergewöhnliche Geheimnis kommt und die Zukunft damit verbessern kann.

Virtual Reality aus der Vergangenheit

1968 gab es zum Beispiel auch noch keine Reality Shows. Kritiker verglichen “The Truman Show” von 1998 mit Paul Bartels Kurzfilm aus dem Jahre 1968 “The Secret Cinema”, die Amy Vane als Sekretärin zeigte, die nicht weiß, dass ihr Leben gefilmt wird. “The Secret Cinema” wurde veröffentlicht, noch bevor die Vorführungen von Woody Allen’s “Take the Money und Run” im Jahr 1969 und in einer 1986 Episode von “Amazing Stories” herauskam. Peter Weirs Film “Die Truman Show” ist eigentlich von großem satirischem Intellekt und Schärfe. Doch unter der Fassade vermittelt dieser Film wichtige soziale Botschaften, wie besessen wir alle mit Reality-TV und dessen Stars eigentlich werden können. Seit der Film mit Jim Carey freigegeben wurde, hat es uns in die Ära des Reality-Fernsehens begleitet. Es folgten Reality-TV Shows wie “Big Brother” oder “Dschungelcamp”. Vor vielen Jahren war diese Art von Fernsehen noch ein absurder Gedanke. Reality-TV ist ein spannendes Konzept für die Zukunft des Fernsehens. In der Virtual Reality Industrie gibt mehr als eine Million aktive Nutzer von Samsung’s Gear VR Headset und das alleine nur in den Vereinigten Staaten. In diesem Jahr wurde die VR-Serie “Defrost” auf dem Sundance Festival uraufgeführt – eine Show, die niemals gemacht worden wäre, wenn es keine 360-Grad Kameras und VR-Hardware gegeben hätte, die es zum Leben erweckt hat.

Quelle: E-VR Virtual Reality auf Twitter

Die Realität der Wissenschaft zeigt, dass unsere Visionen von der fiktiven Zukunft nicht immer stimmen. Das bedeutet aber nicht, dass Hollywood alles falsch gemacht hat. Schauen Sie genauer hin und Sie werden bemerken, dass ein paar Erfindungen von Filmemachern vor Jahrzehnten vorhergesagt wurden. Je weiter Sie durch die Filmarchive stöbern, desto interessanter werden diese Parallelen. In den letzten Jahren haben das Experiment CERN und die epischen Reisen der tapferen Mars-Rovers der NASA verdeutlicht, dass die Neugier der Menschheit nicht abgenommen hat, seit Arthur C. Clarke und Stanley Kubrick am “2001: A Space Odyssey” Drehbuch zusammenarbeiten. Vielleicht sind all dies keine Prophezeiungen – sondern die Visionen der Menschen aus der Vergangenheit sind einfach nur eine Inspiration für Leute aus der Zukunft, die bessere Möglichkeiten haben, diese Visionen umzusetzen