Gedanken über das Auto fahren!

strassenverkehr

Das Auto ist des deutschen liebstes Kind. Dieser Spruch ist bestimmt schon fast genauso alt wie das Auto selbst.
Und es stimmt vermutlich: Ein eigenes Auto zu besitzen, ist nach wie vor für sehr viele Menschen an unterschiedlichen Stellen ihres Lebens nicht nur mutmaßlich unverzichtbar um von A nach B zu kommen, sondern auch ein Symbol für Status, das Objekt ihrer Leidenschaft oder gleich nichts geringeres als die Erfüllung ihrer Träume.
Für andere hat die Idealisierung des Autobesitzes und auch die des Autofahrens inzwischen ihren Reiz verloren oder ihn nie gehabt.

Neben den persönlichen Vorlieben sind es vermutlich die persönliche Wohnsituation, die Finanzkraft, das Interesse an Umweltschutz und Nachhaltigkeit, die körperliche Fitness, das Vorhandensein von Kindern oder Haustieren und weitere denkbare Faktoren die einen ähnlich großen Anteil an der Entscheidung für oder gegen ein Auto haben.
Fest steht, dass sich mit dem Laufe unseres Lebens, nicht nur unsere Vorstellung von Mobilität ändert sondern auch die technischen Möglichkeiten und Notwendigkeiten an ein Fahrzeug sich ändern und bereits an vielen Stellen schon verändert haben.
Dennoch: für einige unter uns gibt es vermutlich nichts selbstverständlicheres im Leben als den eigenen fahrbaren Untersatz mit Diesel oder Benzinmotor vor der Haustür stehen zu haben. Es geht halt nicht ohne! Aber stimmt das wirklich?

Richtig wer auf dem Land wohnt ist in einigen Situation einfach auf ein eigenes Auto angewiesen. Oft fahren Busse nur sehr unregelmäßig oder die Haltestellen sind Kilometer vom eigenen Wohnort entfernt. Auch der nächste Supermarkt ist nicht gerade vor der Haustür. Den wöchentlichen Einkauf, wie er für viele in ländlichen Regionen üblich ist, kann man unmöglich mit dem Bus erledigen, zumindest scheint es so. Wer Kinder hat und ihnen die Teilnahme an Sportvereinen oder die Fahrt in Kino nicht vorenthalten will braucht ebenfalls dann und wann das Auto um den Nachwuchs durch die Gegend zu fahren, keine Frage.
Genauso ist es wohl mit der täglichen Fahrt zur Arbeit: Ohne Auto für viele Schlicht undenkbar.

Doch das eigene Auto verdankt seine Popularität natürlich nicht nur seinem praktischen und teilw. leider immer noch nicht ersetzbaren Eigenschaften. Es ist eben auch ein Statussymbol.
Autos stehen für Mobilität, Flexibilität, Kontrolle und Individualität. Wer ein teures Auto besitzt zeigt anderen damit das er Erfolg, einen gewissen Grad an Wichtigkeit als Person und Geschmack hat.
Zumindest sind es diese Komponenten, mit denen die Autoindustrie versucht ihren Kunden immer mehr und immer neue Autos zu verkaufen. Das funktioniert, nach wie vor, sehr gut, denn es werden Autos verkauft wie Sand am Meer.

Angesichts dieser Situation ist es für einige Menschen sicher keine leichte Aufgabe sich von dem Besitzanspruch auf ein eigenes Auto freizusprechen. Wie sähe das denn aus?
Dazu kommt noch, dass das Autofahren auch einfach zu bequem ist.
Vermutlich könnten die meisten Autobesitzer die eine oder andere scheinbar notwendige Fahrt einfach streichen, zu Fuß gehen, das Fahrrad oder den Bus nehmen. Doch oft genug siegt halt die Faulheit, Bequemlichkeit oder nennen wir es doch einfach das Bedürfnis nach Mobilitätsluxus.

Es gibt auch Leute, für die es beim Autofahren gar nicht so sehr um das Erreichen des Ziels geht. Diese haben Spaß am „Fahren“ selbst. Ob es nun der Geschwindigkeitsrausch auf der Autobahn, das „cruisen“ durch ihren Stadtteil oder das Aufheulen lassen des Motors an der Ampel sind, was dabei erfreut.
Einige besitzen ein Auto, weil sie eben genau an solchen Dingen Spaß  haben und würden nicht im Traum daran denken ihr Auto für eine schnöde (auch wenn evtl. entspanntere) Bahn oder Busfahrt einzutauschen.
An diesen Punkten ist Autofahren Abenteuerlust, Leidenschaft und Kitzel des Alltags.

Die beschriebenen Anlässe  ein Auto zu besitzen erfüllem für viele, genau ihre Vorstellungen von, und ihren und Ansprüche an ein modernes und komfortables Leben.
Angesichts der schwindenden Verfügbarkeit nicht nachwachsender Rohstoffe, der enormen Belastung unser Atmosphäre durch Co2 und der wachsenden Möglichkeiten an Alternativen zum eigenen Auto, ist so eine Haltung jedoch nicht mehr wirklich zeitgemäß und auf lange Sicht wohl auch nicht tragbar.

verkehr

Hält man sich einmal vor Augen, dass ein heute gekauftes Automobil im Schnitt gerade einmal 10% seiner der Zeit seiner Existenz bewegt wird, ergo den Rest der Zeit nur herum steht, verwundert es nicht wenn bei vielen Autobesitzern langsam Zweifel aufkommen.
Die Autos stehen herum und verstopfen unsere Straßen, die ursprünglich mal den Zweck hatten die Bewegung des Verkehrs zu gewährleisten. Wir sind täglich umgeben von einer teuren und zu 90% ineffektiven Blechlawine. Eigentlich ein ziemlich absurder Gedanke.
Doch gerade in den Städten herrscht darüber bereits langsam ein gewisses Problembewusstsein.
Der Spaß, der Luxus, die Gewohnheit und sogar die Notwendigkeit des Autofahrens sind hier inzwischen von Veränderungstendenzen durchzogen.

In größeren Städten ist das Autofahren schon lange, nicht nur kein Spaß mehr, sondern in vielen Fällen, auch alles andere als praktisch.
Was nützt es schon wenn ich mit dem Auto meinetwegen zehn Minuten schneller unterwegs bin als mit der Straßenbahn, wenn ich am Ziel angekommen, dann erstmal zwanzig weitere Minuten nach einem Parkplatz suchen muss.
Auf einer Schiene irgendwo dazwischen haben sich inzwischen Car Sharing Modelle einen festen Platz im Stadtbild gesichert. Immer mehr dieser Leihautos für Kurzstrecken prägen inzwischen die Innenstädte und das ist auch gut so. Inzwischen fahren einige dieser Leihautos sogar elektrisch, was der Umwelt, sowie der Geräuschkulisse der Innenstadt sehr zugute kommt.
Auch mit dem Fahrrad ist man in den meisten Städten schneller unterwegs als man es so manches Mal mit dem Auto wäre, und das Rad kann man zudem auch noch mit in die Straßenbahn nehmen.

Der Stadtmensch hat es also leichter was Alternativen angeht, das ist keine Frage. Dennoch gibt es auch in den Städten noch genug Leute die sich die tägliche Fahrt zur Arbeit mit dem einengen Auto nicht nehmen lassen wollen.

Ich bin gespannt in welche Richtung sich unsere Vorlieben und Bedürfnisse bezogen auf das Auto fahren in Zukunft verändern werden.
Auch für die Menschen auf dem Land wird es hoffentlich bald noch mehr brauchbare Alternativen geben.
Egal ob im Ballungsgebiet oder in Hintertupfingen, maßgebend ist denke ich zu Anfang eine Entscheidung im Kopf.
Bei den meisten dürfte neben dem Auto auch ein Fahrrad vor der Haustür stehen, und ein Spaziergang hat auch noch niemandem geschadet.

Mir gefällt der Gedanke es als einen Luxus zu empfinden kein Auto zu benötigen.
Diesem Ideal sollten man sich an so vielen Punkten wie möglich annähern.
Das ist nicht nur gut für unseren Planeten sondern auch für das eigene Karma :)
Erreichbar ist das wohl öfter als man denkt.

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