Ich und die Wolke! – Onlinedaten ohne Reue?! Eine Bilanz!

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Speichern in der Cloud! Daten in der Wolke! Solch werbewirksame Floskeln dürften wirklich an niemandem vorbeigegangen sein, der seine jüngste Zeit nicht völlig technikabstinent in einer Waldhütte oder sonstwo verbracht hat. Alles immer und überall dabei zu haben war und ist der digitale Trend der letzen Jahre!
Was bei vielen zu Anfang für gesunde Skepsis sorgte, ist inzwischen zum Internet-Mainstream und völlig normal geworden. Zeit für mich einmal Bilanz zu ziehen!

Um ehrlich zu sein hat mich das abspeichern irgendwelcher Dateien im Internet, seinen es Dokumente, Fotos oder mp3´s, bis zu dem Zeitpunkt nicht interessiert, als ich mir mein erstes iPhone im Jahr 2009 zulegte.
Dinge die ich bis dahin aus dem Internet heruntergeladen hatte, Dokumente, Filme oder Fotos die ich erstellt hatte, waren dazu bestimmt ihr dasein auf einer meiner Festplatten zu fristen, und zwar genau bis zu dem Tag an dem ich sie wieder löschen würde.

Der heimische Rechner war die einzige Schnittstelle für den Konsum, die Bearbeitung oder Erstellung von Dateien jeglicher Art. Bis auf Emails, gab es fast nichts was ich außerhalb dieser heimischen Zentrale irgendwo virtuell vorhielt.

Doch warum begann die Liaison der Wolke und mir gerade mit dem iPhone?
Mehr oder weniger brauchbare Smartphones  mit Internetzugang gab es zwar vorher auch schon doch zwangen diese mich nicht dazu, bei der lokalen Dateiverwaltung Kompromisse einzugehen, wie seinerzeit das Apple Smartphone.
Anfänglich wollte ich es noch nicht so recht akzeptieren, dass Apple beim iPhone keine wirklich lokale Verwaltung eigener Datein vorgesehen hatte und experimentierte mit, damals noch voll auf den Ersatz dieser fehlenden Funktion bedachten, Apps wie Files herum.

Nicht das das unbedingt das schlechteste war. Eine weile war ich durchaus zufrieden mit dieser Lösung. Bis ich irgendwann auf Dropbox stieß.
Vermutlich wäre das auch unter anderen Umständen geschehen, doch mir begegnete, der heute für mich nicht mehr wegzudenkende Dienst an einem Punkt an dem ich zunächst keinen persönlichen Bedarf dafür erkennen konnte.
Die Vorstellung Gigabyte-große Dateien im Internet zu speichern war für mich damals noch nicht besonders interessant und persönliche Dokumente oder Fotos wollte ich dann doch lieber lokal auf meinem Mac oder eben dem Smartphone vorhalten.

Das ich letzten Endes doch anfing Dokumente in der Dropbox abzulegen anstatt lediglich lokal auf dem Device, lag in erster Linie daran, dass mir das UI von Dropbox sehr gefiel und es sich irgendwie einfach gut anfühlte. Doch mit den neuen Möglichkeiten wuchsen meine Ansprüche natürlich schnell.
Zunächst fand ich es toll, dass Dropbox, und später auch andere Dienste, nicht nur Smartphone und Mac synchron hielten, sondern mittlerweile auch meinen USB Stick in der Hosentasche ersetzt hatten.
Dennoch blieb es für mich ein zweischneidiges Schwert persönliche Dinge einem fremden Unternehmen anzuvertrauen, wenn dies auch mit einem erheblichen Komfortzuwachs für mein digitales Leben einherging.

Wenn man es genau sieht, hat sich daran eigentlich bis heute nichts  geändert.
Nur der Komfort ist noch größer geworden.
Spätestens mit der Einführung von iCloud, Apples eigener Lösung zur onlinebasierten Dateiverwaltung, hat mein Leben mit der Wolke ein Level erreicht, an dem für mich die Risiko-Nutzen Bilanz, des Speicherns persönlicher Daten im Internet, eindeutig schwarze Zahlen schreibt.

Die Möglichkeit ein neues iOS-Device mit einem Knopfdruck zu meinem persönlichen Gerät zu machen, Kontaktdaten, Mails, Textnachrichten, Fotos, Musik und Ebooks jederzeit und überall auf meine Geräte laden zu können, hat die Schnittstelle mit meinen persönlichen virtuellen Besitztümern und Dokumenten schon längst vom Schreibtisch daheim ins Internet gezerrt.

Inzwischen halten Cloud-Lösungen nahezu meinen gesamten Dateihaushalt, zumindest in duplizierter Form, im Internet vor. Häufig passiert das bereits mit einer Selbstverständlichkeit, die mir vor zwei bis drei Jahren noch echte Sorgenfalten auf der Stirn bereitet hätte.

Doch warum passiert das heute nicht mehr? Durch den Zuwachs an virtuellem Komfort ist es doch keinesfalls sicherer oder gar transparenter geworden, da draussen am Himmel des Internets.
Ich denke das hat mindestens zwei Gründe!

An einer Stelle steht dabei sicher der Punkt, dass der Komfort den Cloud-Lösungen bieten, mit der Zeit für die meisten einfach unverzichtbar geworden ist.
Inzwischen gibt es zwar Alternativen, welche versuchen die Vorteile online verfügbarer Massenspeicher, ohne den Wermutstropfen der prinzipiellen Möglichkeit der Ausspähung zu realisieren, wie z.B. das selbstgehostete Owncloud.
Doch auch bei Cloud-Speichern erwächst ein erheblicher Vorteil inzwischen aus sozialen Nutzungsaspekten. Gerade wenn es um die Weitergabe oder das gemeinsame Bearbeiten/Benutzen von Dateien geht haben die Dienste die Nase vorn die von den meisten Leuten benutzt werden.

Ein zweiter Grund ist meiner Meinung nach ein gewisser Fatalismus, der sich inzwischen in Bezug auf die eigenen Daten bei vielen Internetnutzern durchgesetzt hat.
Ob es nun die Skandale um unsere Geheimdienste, Security-Bugs wie Gotofail oder jüngst Heartbleed sind, mit denen der einzelne sich Konfrontiert sieht, am Ende bleibt das umschweifende Gefühl des Kontrollverlustes über die eigenen Daten, und zwar unbeachtet davon ob wir überbaut je die Kontrolle über sie gehabt hätten.

Für mich persönlich habe ich entscheiden, dass ich zumindest zu diesem Zeitpunkt, noch den Komfort und die, zumindest ganz praktische Kontrolle, über meine Daten, durch Cloud-Lösungen im Internet erhöhen und vorerst erhalten werde.
Auch wenn ich mir manchmal vielleicht zu wenig Sorgen mache, unterm Strich überwiegen für mich die Vorteile! Böses erwachen nicht ausgeschlossen…

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