Instant Articles: Facebook greift weiter nach der Macht

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Mit Instant Articles, will Facebook ab jetzt Medienunternehmen dazu überreden, ihre Inhalte direkt im Netzwerk zu veröffentlichen  anstatt sie nur dort zu verlinken.
Damit will Facebook von der Linkschleuder zum Medienunternehmen der Zukunft werden.

13.05.2015

Eine nicht unerhebliche Anzahl der Klicks auf die Webseiten großer Medienunternehmen kommen über Facebook, das ist traurig aber wahr.
Genau deshalb hat sich das Unternehmen jetzt überlegt diesen Umstand zu monetarisieren.
In diesem Blogbeitrag stellt Facebook seine Idee vom neuen Nachrichtenkonsum vor.

Instant Articles sind Inhalte, die direkt auf der Plattform veröffentlicht werden und die vom Facebook Algorithmus natürlich bevorzugt in die Timelines der User gespült werden sollen.

Wer einen Instant Artikel veröffentlicht, kann in diesem sogar auf eigene Rechnung Werbung schalten.
Alternativ übernimmt auch Facebook das schalten von Anzeigen in den Artikeln und zwackt sich dafür 30 Prozent der Einnahmen ab.

Laut Facebook bietet Instant Articles natürlich nur Vorteile: Da wären die schnellere Auslieferung des Contents, durch kürzere Ladezeiten und weniger Tab bzw. Klickaufwand für den Benutzer.

facebook-instant-articles-feedGerade unterwegs, müsse es schneller und komfortabler gehen, als das bislang auf vielen Webseiten der Fall ist.
Der Fokus bei Instant Articles liegt zu Anfang deswegen auch erstmal auf Mobile, also in den iOS und Android Apps.
In einem Instant Article lassen sich Bilder und Videos auf einem Smartphone, nativ ins Querformat drehen und es lässt sich stufenlos in den Inhalten zoomen.

Zum Start sind bereits diverse Verlagshäuser mit von der Partie. In Deutschland sind es (passender Weise) Bild.de und das ohnehin schon übertrieben werbebegeisterte Spiegel Online.

Facebook Instant Articles Partner

Der Tod des Hyperlinks

So stellt sich Facebook also die Nachrichten der Zukunft vor. So ganz Nebenbei sägt das Soziale Netzwerk damit aber auch an der eigentlichen Grundidee des Internets, dem Hyperlink.

Ob Instant Articles in Suchmaschinen gelistet werden oder nicht ist noch fraglich. Die Regeln macht hier das Facebook, auch das widerspricht der eigentlichen Idee des Internets.

Auf der einen Seite ist es verständlich dass die Medienunternehmen sich auf den Flirt mit der Instant Articles einlassen. Da sind schließlich Leser herauszuholen.
Wir können aber nur hoffen, dass sich diese Idee nicht in übertriebenem Maße durchsetzt.

Denn wer will denn schon ein Netz, in dem sich ein grauer amerikanischer Monopolist jetzt auch noch um unsere Nachrichten “kümmert”?

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