Kindle und Read Later – nicht so harmonisch!

amazon-send-to-kindle

Als ich mir Anfang des Jahres einen Kindle zugelegt habe war ich zunächst noch ziemlich euphorisch über die Möglichkeit, nicht gelesene Artikel aus dem Netz, die ich in Pocket oder Instapaper gespeichert habe an den eReader zu senden.
Heute fällt mein Urteil über dieses Feature etwas nüchterner aus!

Wer ein Instapaper-Subscriber ist, der hat die Möglichkeit mit den Boardmitteln des Dienstes eine Routine festzulegen, die nicht gelesene Artikel an den Kindle sendet. Als Pocket Nutzer kann man sich dazu z.B. bei diesem Service bedienen.

Grundsätzlich also ne tolle Sache, von der ich vermutet habe, das sie nahtlos Einzug in meinen Workflow erhält.
Warum das nicht passiert ist hat mehrere Gründe:

pocket 2 kindle

1. Der Einzelversand ist kaputt!
Die Funktion einzelne Artikel über die Instapaper App für iOS Geräte spontan an den Kindle zu senden funktioniert schlicht und einfach nicht.
Ich habe es oft genug probiert, mit verschiedenen Kindle E-Mail Adressen hantiert usw., Fehlanzeige.
Der wöchentliche oder tägliche Sammelversand klappt jedoch tadellos, ebenso wie das Senden von Artikelsammlungen aus Pocket heraus.

2. zugemüllte Amazon Bibliothek
Die Verwaltung der gesendeten Artikel in der Amazon Bibliothek ist einfach nicht besonders komfortabel.
Zwar gab es dort jüngst eine schicke UI Anpassung, doch es ist und bleibt einfach nervig, dass sich Dokumente nach dem lesen dort nicht von selbst löschen lassen.
So heisst es nach ein paar Tagen, Wochen oder wann auch immer man mal in seine Amazon-Bibliothek reinschaut, dass dort ein Wust nicht mehr benötigter Dokumente auf einen wartet, der händisch gelöscht werden muss.
Wenigsten lassen sich die Dokumente aber einfach vom Kindle selbst löschen, doch ich bin bei sowas eher pingelig.

Kindle-Instapaper

3. Nervige Emails 
Der nächste Grund hat wieder etwas mit Amazon selbst zu tun. Immer dann wenn man ein Dokument an sein Kindle Konto schickt, erhält man eine blöde Email.
Schickt man sich täglich eine Instapaper Zusammenfassung bedeutet das auch eine tägliche Mail, was sich, zumindest für mich, nacht Spam anfühlt.
Das versenden dieser Email lässt sich Amazon-seitig auch nicht abschalten, wie mir der Service  dort mitgeteilt hat. Sie wollen das zwar in Zukunft verändern, aber das macht es heute halt nicht besser.

4. Der Kinde ist ein Buch:
Ich habe nach ausgiebigem Testen, festgestellt, dass ich den Kindle vollumfänglich wie ein Buch benutze.
Artikel im Netz haben nicht nur einen anderen Charakter, sondern ich mache auch andere Dinge damit. Ich markiere Stellen, die ich verblogge, in sozialen Netzwerken teile und auch gegenüber Büchern ganz anders lese.
Für mich persönlich hat sich herausgestellt, dass das Lesen von Blogs, Nachrichten oder Longreads für mich dann doch besser auf dem Desktop, iPad oder Smartphone funktioniert.

Fazit:
Der Kindle war und ist für mich eine wichtige Ergänzung für das lesen von Büchern und ich will ihn nicht missen.
Für den Lesestoff aus dem Internet eignet er sich jedoch wiedererwartend für mich nicht.
Alles  in allem bin ich jedoch froh, dass der Kindle bei mir, dann doch eher als geschlossenes System im Einsatz ist, denn er hat mir schon viele schöne Lesestunden eingebracht und ich habe schon häufig von seinem Formfaktor profitiert.
Für mich gibt es weiterhin sehr gute Gründe dafür auf die Kombo Papierbücher und eBooks zu setzen. Für das produktive Arbeiten mit Netzinhalten oder PDF´s kommt der Kindle jedoch für mich nicht mehr in Frage.

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