Kontemplative Smartphone-Nutzung!

Dies ist keine Wertung! Egal wie wir zu den kleinen Geräten in unserer Hosentasche stehen mögen, egal wie begeistert wir möglicherweise von ihnen sind oder nicht, die Teile sind einfach allgegnwärtig und jeder von uns hat seine ganz persönlichen Anwendungsfälle!
Es gibt wohl kein technisches Tool, welches sich unterm Strich mehr in unseren Alltag drängt als das Smartphone.
Ich persönlich finde das auch eigentlich ziemlich gut!
Gleichzeitig bin ich auch oft genug genervt von dem diesem Ding, dass ständig meine lethargische Aufmerksamkeit fordert, und sie auch oft genug erhält.
Genervt bin ich dann eigentlich von mir selbst und zwar deshalb weil ich mir oft genug einrede, ich und das Smartphone hätten zusammen alles im Griff! Doch ist das wirklich so?

Ich gehöre definitiv nicht zu denen, die das Leben mit dem Internet für problematisch oder gar schlecht halten. Sicher gibt es hier viel zu kritisieren aber alles in allem sollten wir uns darüber freuen.
Für mich ist Ignoranz oder gar Kapitulation vor den Anforderungen und Möglichkeiten der mobilen vernetzten Welt, zu diesem Zeitpunkt, noch keine Option.
Vielleicht wird mich das alles irgendwann mal überholen, doch momentan geht es bei mir eher um die Gestaltung meines digitalen Lebens.
Gut gestaltet ist es für mich, wenn die Vorteile von Organisation, Information und Unterhaltung der virtuellen Welt in einem ausgewogenen Verhältnis zum physischen Teil meiner Existenz stehen.
Die Momente in denen das eine, das andere negativ bedingt kennt vermutlich jeder!
Multitasking kann ganz schön anstrengend sein, unbedingt cool ist es schon lange nicht mehr.
Manchmal frage ich mich ob es Sinn macht, sich ganz bewusst ein paar Dogmen aufzuerlegen, um die, letzendes dann doch inszenierte, Effektivität der vollständigen Verschmelzung der virtuellen und realen Teile unseres Lebens, etwas aus dem Fokus zu nehmen. Hier ein paar Vorschläge:

Manchmal frage ich mich, warum zum Teufel ich das Smartphone eigentlich mit ins Schlafzimmer nehme.
Die Antwort ist erstmal klar, natürlich als Wecker! Ist ja egal, das ein analoger Wecker auf dem Nachttisch steht, wer will sich denn schon auf den verlassen?
In der Regel gehe ich ins Bett weil ich müde bin. Warum fange ich also an, sobald ich dann nach dem abendlichen Wasch- und Zähneputzritual endlich im Bett liege, wieder auf dem Handy herumzupatschen?
Das ufert nicht aus! Es sind unterm Strich vielleicht 5-10 Minuten die ich das Ding noch in der Hand habe bevor ich die Augen schließe, aber ne das könnte ich doch eigentlich lassen.

Genauso morgens nach dem Aufwachen: Warum zum Teufel ist das erste was ich nach dem Aufwachen mache, oft noch bevor ich die Augen richtig auf habe das Handy in die Hand zu nehmen?
Natürlich weil ich wissen möchte wie spät es ist, ist doch klar! In neun von zehn Fällen glotze ich aber gleichzeitig auf etliche andere Statusmeldungen, Nachrichten oder anderen für diese Tageszeit definitiv überflüssigen Murks, und bin davon mehr genervt als informiert.
Auch das ufert nicht aus, aber es gibt eigentlich keinen logischen Grund mir das jeden morgen anzutun, zumindest nicht bevor man geduscht und angezogen ist und einen dampfenden Kaffee vor der Nase hat.
Eigentlich ist mir mehr als klar, das ich nichts verpasse, wenn ich das Telefon abends nicht auf den Nachttisch lege!
Also: Weg damit! Ich werde es mal bewusst in einem anderen Raum deponieren über Nacht. Sollte doch eigentlich kein Problem sein!

Manchmal frage ich mich warum es, wenn man in Gesellschaft ist, meistens nicht länger als zwanzig Minuten dauert bis irgendjemand der Anwesenden das Smartphone herausholt.
Klar das passiert in den meisten Fällen nicht weil man sich nicht für das Gegenüber interessiert, sondern meist deshalb weil man dem anderen ein Foto zeigen möchte, schnell was nachschauen muss oder eben weil eine mehr oder weniger wichtige Nachricht eingeht.
Davon sind dann alle genervt.
Es gibt Situationen in denen es nett, angebracht oder sogar nötig ist das Smartphone in Gesellschaft hervorzuholen. Doch mal Hand aufs Herz, wir könnten gut und gerne die meisten Anlässe in denen wir das tun von dieser Liste streichen.
Also: Schluss damit! Eine gute Lösung für dieses Problem habe ich bereits ein paar mal bei Abenden mit Freunden erlebt.
Dort ging dann eine sog. Handykiste herum, in der alle Anwesenden ihr Smartphone deponiert haben um die oben beschriebene Situation zu vermeiden und das zu tun warum man eigentlich zusammengekommen ist!
Es geht dabei nicht darum sich selbst und anderen den Spaß zu verderben, sondern darum bewusst ein soziales Setting um sich herum zu errichten in dem man sich selbst und andere nicht nervt!

Manchmal frage ich mich warum ich zum einen, bestimmte Statusmeldungen, Aktualisierungen oder andere Informationen in Echtzeit nicht einfach von meinem Display verbanne?
Natürlich weil ich nichts verpassen will, ist doch klar!
Auch wenn ich schon das meiste an Push-Nachrichten, Piepserei und Co. abgestellt habe, sind es noch immer ein Paar Dienste auf die ich nicht verzichten möchte und die mich trotzdem hin und wieder nerven. Trotzdem ist es oft auch schön „up to date“ zu sein.
Schaue ich hier etwas genauer hin, ist das, was mich eigentlich an diesem Umstand nervt der Moment, in dem ich so eine Statusmeldung dann „abarbeite“.
Dazu muss ich aktiv das Gerät in die Hand nehmen und irgendwas bestätigen, wegwischen o.Ä.
Also: Laufen lassen! Es gibt keinen Grund den Informationseingang so wie er aufschlägt auch gleich zu verarbeiten.
Ist doch schön das die Dinge die mich interessieren geordnet und gefiltert, genau dann auf mich warten wenn ich Zeit und Muße für sie habe.
Es besteht doch keine Pflicht mich ihrer gleich in dem Moment anzunehmen zu dem sie mich erreichen. Vibrationen und Töne müssen solche Meldungen sowieso nicht haben.

Manchmal frage ich mich warum ich mich tagsüber eigentlich nie weiter als zwei bis drei Meter von meinem Handy entfernt aufhalte?
Ist doch klar: Ich will nix verpassen und man will ja auch drauf aufpassen auf das meist recht teure Stück.
Beide Gründe sind eigentlich Quatsch. Wenn man nicht gerade unterwegs von A nach B ist, sollte sich unter normalen Umständen fast überall ein Ort finden lassen an dem man das Smartphone auch mal liegen lassen kann ohne das es gleich gefährlich wird.
Das es nicht nötig/effektiv ist alle eingehenden Meldungen direkt zu verarbeiten hatte ich bereits erwähnt.
Also: liegen lassen! Mal nicht in die Hosentasche sondern vielleicht in die Jacke damit, die im Büro am Haken hängt, in den Rucksack o.Ä. Ein physischer Abstand ist immer noch der beste Schutz vorm genervt werden!

Würde uns jemand fragen, würden die meisten von uns wohl berichten, das das beschriebene Verhalten doch eigentlich selbstverständlich ist. Ich zumindest rede mir das alles dann doch häufig schöner als es manchmal ist.
Kann also nicht schaden, auf die eine oder andere Möglichkeit es mal bewusst anders zu machen zu achten!

Sag was dazu!