Laos: Mönchskollekte in Luang Prabang

Bei unserem Besuch in Luang Prabang hat es nicht sehr lange gedauert, bis uns die ersten Mönche begegnet sind.
Die Stadt im Norden von Laos, gilt schließlich als das spirituelle Zentrum des Landes und an die zahlreichen Tempel und Schreine und Paläste die es dort zu bestaunen gibt lehnen sich zahlreiche Mönchsschulen und deren Unterkünfte.
An den Eingängen der Tempel sieht viele von ihnen in ihren orangen Kutten sitzen, vertieft in Lehrbücher, oder in Gespräche mit anderen. Man sieht sie auf dem Marktplätzen oder mit großen Sonnenschirmen durch Luang Prabang laufen und nimmt sie, trotz der signalfarbenden Kleidung irgendwann garnicht mehr war.

Häufig wurden wir angesprochen, denn das Interesse an Besuchern aus anderen Ländern ist bei vielen Mönchen sehr hoch wie ich bemerkt habe. Außerdem nutzen viele laut eigenen Aussagen diese Möglichkeit um ihr Englisch zu trainieren. Von den täglich stattfinden Kollekten hatten uns bereits mehrere Mönche berichtet, bevor wir das Schauspiel dann an dem Morgen unserer Abreise aus Luang Prabang dann selbst in Augenschein nehmen konnten. An den Tagen zuvor waren wir einfach nie früh genug aufgestanden, denn die Kollekte findet immer sehr früh am morgen statt, zwischen fünf und sechs Uhr, wenn viele der Reisenden noch schlafen. Unser Bus fuhr an besagtem Tag bereits um kurz nach fünf Uhr morgens ab zu unserem nächsten Ziel, deshalb waren wir früh genug wach!

Die Mönche selbst haben keinerlei einkommen, und leben im wahrsten Sinne des Wortes von den Spenden in Form von Reis, Fisch oder ähnlichem, die sie morgens von den Stadtbewohnern erhalten. Wie uns erklärt wurde, darf ein Mönch keinen weltlichen Besitz haben und natürlich auch kein Geld. Deshalb sind sie auf die Essensspenden angewiesen. Die Bürger, geben den Mönchen jedoch sehr gerne eine Spende, denn Mönche geniessen im laotischen Volk ein sehr hohes Ansehen als geistige Führer und Ansprechpartner bei Sorgen und Problemen. So ist es den meisten eine Freude und eine selbstverständliche Pflicht ihr Essen mit ihnen zu teilen.
Doch die Mönche behalten die spenden keinesfalls nur für sich alleine. In die Reihe der gebenden, reihen sich auch immer wieder Bedürftige Menschen ein, die dann beim passieren der Mönche keine Essensspende in die Körbe der Mönche legen, sondern anstelle dessen selbst eine Tüte oder ein Gefäß aufhalten. Hier geben die Mönche dann von den soeben erhaltenen Lebensmitteln direkt wieder etwas an diejenigen ab, die ebenfalls sonst Hunger leiden würden. Ein sehr schöner Brauch wie ich finde…

 

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