Lesen und Reden!

Books

Warum reden wir eigentlich nicht mehr über das was wir lesen? Eigentlich reden wir doch unentwegt! Wir reden über Leute, über die Nachrichten, über Filme über Erlebnisse und ja auch über Bücher. 
Doch das, denke ich machen wir einfach zu wenig! Warum eigentlich?

Neue Bücher werden besprochen. Romane oder Sachbücher in den Feuilletons, wissenschaftliche Veröffentlichungen in den entsprechenden Fachdiskursen oder Zeitschriften. Die Redaktionen der “Leitmedien” und ambitionierte Blogs, greifen das auf was relevant ist und helfen uns bei der Auswahl und mit Kommentaren bei der Rezeption.

Ja, das ist alles gut, doch es fehlt etwas, zumindest meistens! Gibt es nicht jedes Mal diese eine Person der man am liebsten nicht nur alles über das zuletzt gelesene Buch berichten würde, sondern dessen Meinung oder Anschauung zu gelesen uns interessieren würde?
Wenn ich mit Leuten über Bücher spreche, dann geht das häufig nicht über eine Empfehlung oder ein Schwärmen hinaus.
Sich die Zeit zu nehmen einen Roman oder ein Sachbuch gemeinsam mal so richtig auseinander zu nehmen nimmt man sich meistens nicht.

Dabei würde vermutlich so viel mehr in den Geschichten und Argumenten stecken als wir im flüchtigen Moment des ersten Lesens aus ihnen heraus holen.
Gedanken sind eine tolle Sache, doch werden sie nicht erst wirklich greifbar, wenn man sie mit anderen geteilt hat?
Bei Büchern denke ich das häufig, dieser Moment ist dann jedoch genauso schnell wieder vorbei, wie die nächste Seite umgeblättert ist.

Im Netz gibt es zahlreiche Communitiys zum besprechen analysieren und bewerten von Büchern, doch ist das das Selbe?
Ich glaube nicht!
Es gibt Leute die organisieren sich in Lesekreisen um genau das zu tun, was im Alltag nur noch allzu selten passiert, sich über Bücher zu unterhalten, die sie gemeinsam Lesen.
Das ist nötig, denn wir werden einfach zugeschüttet mit Geschichten heutzutage.
Die Geschichten aus Büchern, teilen sich ihre Präsens mit dem “digitalen Rauschen” einer Informations- und Kommunikationsgesellschaft (mit Tendenz zum schneller werden), wie es sie so noch nicht gegeben hat.

Man muss nicht zu den Pessimisten der digitalen Massenkultur gehören im nachempfinden zu können, dass eben nicht alles von dieser erfasst werden kann!
Es ist natürlich einfacher über einen Film zu sprechen, der nur 90 Minuten dauerte, als über ein Buch das einen vielleicht zwei Wochen in Anspruch genommen hat.
Die Erlebnisse und Gedankenspiele einer solchen Lektüre bleiben deshalb meist in den Köpfen in denen sie entstanden sind, das ist schade!

Wir sollten uns also nicht nur mehr Bücher gegenseitig empfehlen und ausleihen, wir sollten auch wieder mehr darüber sprechen. Von Auge zu Auge mit Muße und Zeit!
Auf das Bücher wieder mehr das werden, was sie sein können! Für uns und alle anderen :)

Sag was dazu!