Maschinen lernen nicht was wir wollen, Maschinen prägen was wir wollen!

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Angesichts der Veröffentlichung von Apple Music und der neuen News App in iOS9, habe ich mal ein bisschen über das Empfehlungssysten nachgedacht, welches in beiden Fällen ein essentieller Bestandtteil der neuen Funktionen sein soll.
So wirklich bin ich nicht davon überzeugt. Lassen wir uns am Ende damit Konditionieren?

15.06.2015

Apple Music, sowie auch die News App nehmen eine sog. Aggregator-Funktion ein. Das bedeutet, sie nehmen einen Grundstock der persönlichen Neigungen des Nutzers als Grundlage für spätere von der Maschine generierte, weitere Musik oder Artikel empfehlungen.

Im Ergebnis, soll der Nutzer also ständig neues Lesefutter oder neue Musik zur Hand haben, die ihm auf magische Art und Weise gefällt.

Musik

In Sachen Musik ist das nichts Neues. Apples Genuis verspricht seit Jahren schon einen ähnlichen Effekt und die Streamingkonkurrenz von Spotify experimentiert ebenfalls schon lange mit solchen Empfehlungen.
Ob das, was auf diese Art und Weise an einem vorbeidudelt, denn auch genau das Richtige ist, lag dabei schon immer im Auge des Betrachters.

Auch ich habe natürlich schon mal die eine oder Andere passende Empfehlung in einem Streaming Dienst erhalten, die mich auf eine für mich neue musikalische Fährte brachte.

Dennoch habe ich mich nie besonders Wohl gefühlt mit solchen Empfehlungen alleine.
Die Sorge etwas zu verpassen, was ich sonst auf herkömmlichen Wege gefunden hätte lohnte immer den Umstand mich analog mit der Auswahl meiner Musik zu beschäftigen.

Nachrichten

In Sachen Nachrichten stellt eine von der Maschine getroffene Auswahl für mich jedoch absolut keine Option dar.
Ich möchte selbst entscheiden was ich lese, und es war mir schon immer den Aufwand wert mir einen persönlichen RSS Feed zu generieren der meinem, ständig zirkulierenden, Informationsbedürfnis entspricht.

Habe ich es mit Empfhelungen in Sachen Nachrichten zu tun, stellt sich bei mit schnell der Gedanke nach Manipulation ein.

These: Maschinen lernen nicht was wir wollen, sondern Maschinen prägen was wir wollen!

Um bei dem brisanteren Beispiel der News zu bleiben, muss es ja noch nicht einmal die böse Absicht des Distributors (in diesem Fall Apple) sein, z.B. die politische Meinung des Lesers zu beeinflussen, in dem dieser bewusst mit beispielsweise Konservativen Ansichten in seinen Artikeln konfrontiert wird.

Wenn die Maschine festhält was wir lesen und darauf aufbauend fortwährend neue Empfehlungen kreiert, muss es garnicht zwangsläufig sein, dass diese langsam lernt was wir Lesen wollen.

Es könnte auch genau Andersherum sein: Wir könnten uns einfach langsam an das gewöhnen, was uns da vorgesetzt wird und es nur deshalb als passend empfinden.

Diese Gedanken sind natürlich keine neuen Erkenntnisse, dadurch das ein Big-Player wie Apple nun aber in dieses Geschäft einsteigt, ist definitiv eine Verbreitung der Nutzung solcher Dienste vorherzusehen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Massen von Nutzern kritisch genug bleiben um sich selbst um ihren Informationshaushalt zu kümmern.

Sag was dazu!