Mode vor 100 Jahren

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Wie war die Mode in Deutschland vor genau 100 Jahren? 1916 befindet man sich mitten im Ersten Weltkrieg. Der Krieg hat dramatischen Einfluss auf das ganze Leben aller Bürger. Die Erfahrung ist sehr einschneidend zu spüren, der Krieg ist allgegenwärtig.
Nicht nur in offensichtlichen Dingen wie Männern an der Kriegsfront, sondern auch in subtileren Bereichen wie der alltäglichen Mode. Für die deutschen Damen änderte sich der Stil aus verschiedenen Gründen maßgeblich.

Die Damenmode im Wandel

Vor dem Krieg begann der Wandel in der Mode. Waren früher ausladende Kreationen und Korsagen nicht aus den Garderoben wegzudenken, so musste bald sparsamere Mode her, denn man musste vor allem an Stoff sparen. Wolle war den Männern und Uniformen vorbehalten, und so kam es, dass oft sogar Seide verarbeitet wurde. Diese unterlag nicht den Rationen und war so in der Zeit für Frauen einfacher zugänglich. Doch trotz allem sollte Material gespart werden.

So wurden die Röcke mit der Zeit immer kürzer. Natürlich nicht kurz im Vergleich zu heute. Doch wo die Damenmode in den Vorkriegsjahren noch auf bodenlange Röcke gestützt war, so schrumpften diese mehr und mehr (auch „Kriegskrinoline“ genannt). Erst waren Knöchel sichtbar und später hörten die Röcke erst auf Wadenhöhe auf. Wie gesagt, für uns klingt das nach nicht viel, aber es veränderte die Bewegungsfreiheit der Frauen ungemein.

Das war auch wichtig, denn solange die Männer an der Front waren, waren viele Frauen in Fabriken oder anderen Betrieben beschäftigt. Hierfür brauchten sie praktische Kleidung, in der sie sich gut bewegen konnten. Also kam der Trend „kürzerer Rock“ aus mehreren Richtungen – Stoffsparen und Bewegungsfreiheit. Strümpfe mussten getragen werden, um die Haut zu bedecken, und Schuhe hatten meistens Absätze.

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Zu der Zeit kamen auch kurze Haare in Mode. Dieser Trend war ebenfalls der Einfachheit geschuldet. Die sonst ausladenden und verzierten Designs der Kleider wurden schlichter gestaltet. Mode ohne viel Verzierung war nun der Standard und es wurden Elemente wie Taschen von Uniformen übernommen.

Übernommen wurde auch die Uniform-Farbe „Feldgrau“, um Solidarität zu den Männern an der Front zu zeigen. Die Trauerfarbe Schwarz war sehr präsent und gegenwärtig in den Straßen von 1916. Trotz der traurigen Konnotationen wurde Schwarz so mehr und mehr zur allgemeinen Farbe, die seitdem Einfluss auf elegante Mode hatte und auch noch heute universell getragen wird.

Herrenmode ohne große Veränderungen

1916 war Mode für Männer keine Frage, denn sie mussten an der Front um ihr Überleben kämpfen. Da wird die Stilfrage verständlicherweise komplett irrelevant. In den Kriegsjahren war die Uniform Mode und Arbeitskleidung zugleich. Vor den Kriegsjahren und danach gab es nicht viele Stil-Veränderungen.

Für die Herren dominierten dunkle Farben wie Schwarz, Grau, Braun oder Dunkelblau. Hüte gehörten damals noch zum guten Ton. Generell trug man Sakkos oder einen Gehrock. Bei Männern wurde darauf geachtet, dass die Mode schlicht und praktisch ist, denn sie sollte bei der Arbeit nicht hinderlich sein. Der einzige Schmuck waren vielleicht Taschenuhren oder Manschettenknöpfe.

Heute trägt man gute Stücke, wie elegante und zeitlose Stücke von 77 Diamonds, nur noch bei besonderen Anlässen. Auf der Suche nach praktischen und simplen Kleidungsstücken wurden die üblichen Halsbinden nach und nach abgeschafft und Krawatten erhielten den Vortritt – dies hat sich bis heute gehalten.