Neue Musik zu entdecken ist Persönlichkeitsarbeit: Warum man nie damit aufhören sollte!

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Sicher wir haben alle unsere musikalischen Klassiker, die wir unser Leben lang nicht mehr missen werden.
Musik an die wir uns gerne errinern, weil wir bestimmte Lebensphasen in der Vergangenheit damit verknüpfen.
Doch das genügt nicht! Wer aufhört seinen musikalischen Errinerungsschatz ständig weiter zu bereichern, der verpasst etwas.

Musik zu erleben, selbst auszuwählen, sich mit ihr zu identifizieren und sie nicht nur als Dudelei im Hintergrund oder als Konsumprodukt zu realisieren ist eine Eigenschaft, die vielen in jüngeren Jahren etwas leichter fällt.
Zumindest will man das meinen, wenn man in Unterhaltungen über Musik ständig mit den zwei gleichen Polen konfrontiert wird.

Leidenschaft als Nostalgie

Der erste Pol ist ist der, wenn Leute ins Schwärmen geraten über das was früher einmal war und mit welcher Musik dieses “Damals” in Zusammenhang stand.
Wie bereits weiter oben beschrieben ist das so gesehen etwas sehr Positives. Können wir uns doch die Errinerung an vergangene Zeiten einfach durch das Musik Hören zurückholen.

Die Möglichkeit, wenn nicht sogar Gefahr, dabei allerdings zum musikalischen Nostalgiker zu werden ist jedoch ein nicht zu unterschätzendes Problem.
Ist es nicht schade, wenn das Moment der musikalischen Leidenschaft in einer späteren Lebensphase scheinbar nicht mehr neu geweckt werden kann? Wenn sie nur noch mit einem anderen, neugierigeren Selbst in Verbindung gebracht werden kann?
Wenn man sich selbst vielleicht als einen vollen Krug sieht, der nichts Neues mehr aufnehmen kann?

Wer seine einstige Leidenschaft für Musik nur noch durch einen nostalgischen Schleier wahrnehemen kann verpasst etwas!

Neues vom Fließband

Der zweite Pol mit dem man unweigerlich in Gesprächen über Musik konfrontiert wird, ist der der eigenen Bequemlichkeit beim Entdecken von Neuem.
Neue Musik gibt es überall. Fast täglich werden wir damit konfrontiert, ob wir wollen oder nicht.
Man braucht eigentlich garnichts dafür tun um neuen musikalischen Einflüssen ausgesetzt zu sein. Heutzutage wird nahezu unsere gesamte Öffentlichkeit mit Musik untermalt.
Bei der Beschreibung dieser Musik, muss unweigerlich das Wort Mainstream fallen, denn es gilt die Musik möglichst für alle Zuhörer kompatibel zu machen.

Wer würde schon den Mainstream verteufeln, doch eines schafft dieser bestimmt nicht, nämlich neue authentische Momente der Selbstidentifikation zu generieren, wie es die Songs und Alben unserer vermeintlichen Jugend einst taten.

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Hier sei eingeworfen, dass ein bequemer Musikhörer von heute, es defintiv schwerer als z.B. einer aus den 1960er Jahren hat. Der Mainstream dieser Tage deckt eine weit größere Sparte ab als seinerzeit.
Beispielsweise galten damals schon Beatles-Hörer als subversiv gegenüber ihrer eigenen Persönlichkeit.

Doch egal wo man die Messlatte anlegt, wer Musik zu einer persönlichen Sache machte, hatte schon immer viel mehr davon.
Dabei geht es gar nicht einmal immer um das neueste. Pop und Mainstream bieten viele Anknüpfungspunkte , doch man kann natürlich auch neue “alte” Musik entdecken.
Es geht darum, den Prozess der Aneignung Wertzuschätzen und nicht als selbstverständlich zu nehmen.

Fest steht: Wem heute bezogen auf die Frage „Was hörst Du denn so?“ Nur Charts oder Radio als Antwort einfällt, der verpasst etwas, und zwar heutzutage mehr denn je.

Ein Plädoyer gegen die musikalische Lethargie

Es spricht rein garnichts dafür, sich (nur) mit den musikalischen Identifikationen aus der eigenen Vergangenheit zu begnügen.
Es gilt, seine Errinerungs-Schatztuhe ständig mit neuen musikalischen Kostbarkeiten zu befüllen.
Wer das vermag, hat nicht nur ein Werkzeug zur Hand um die eigene Persönlichkeitsentwicklung zu dokumentieren, sondern kann sie in einen selbstreflexiven Zusammenhang, in einen Dialog überführen.
Die musikalische Soziaslisation ist kein spätadolezentes Produkt, sondern im besten Fall ein Prozess der nie endet.

Um sie bewusst zu erleben ist ein wenig Einsatz gefragt. Man muss die Musik in sein Leben, und nicht nur an sich vorbeirauschen lassen.
Oft genügt es dabei schon nur einen kleinen Seitenarm des Mainstreams zu befahren.

Bild “Headphone” von (Shutterstock)

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