Sex mit Dinosauriern? Über den Trend von Schmuddelheften mit Augenzwinkern!

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Bei den Menschen die eBooks lesen, liegt die Schwelle zum Spontankauf von Büchern nochmal um einiges tiefer als vielleicht sowieso schon. Als Neubesitzer eines Kindle erfuhr ich das schnell. Dank Amazons Kindle Direct Publishing System tummelt sich dort inzwischen jede Menge selbstverlegtes Lesefutter der eher speziellen Art. Während einer bier- und weinseligen Runde mit Freunden bin ich kürzlich auf einen ganz besonderen Ableger dieser Gattung gestoßen, die sogenannte Dinosaur-Erotica.

Bei vielen von uns dürfe es noch klingeln wenn sie namen wie Jerry Cotton, der Bergdoktor oder Buffalo Bill hören.
Richtig, sie alle waren titelgebende Figuren von Geschichten aus sog. Groschenromanen, deren erste Auswüchse bereits auf die 1920er Jahre zurückgehen.
Auch wenn die Tage inzwischen gezählt sind, in denen die kleinen meist 50-60 Seiten starken Heftchen, die prominenteren Plätze am Bahnhofskiosk einnahmen gibt es noch immer einige neuere und ältere Formate aus diesem schon früh als Schundliteratur verrufenem Genre.

Wie so viele andere analoge Kulturtechniken erfuhr der Groschenroman seine zweite Blütezeit jedoch ebenfalls im Internet.
Viele bekannte Heftserien werden inzwischen (auch) elektronisch weitergeführt
und landen teilw. sogar als Aboformate auf den eBook-Readern der geneigten Leserschaft.

Die bereits oben erwähnte Möglichkeit des “self publishing” eigener literarischer Inhalte, z.B. bei Amazon, bedarf keinem größeren Aufwand oder einer besonderen Reputation des Verfassers.
Dieser Umstand, sowie die Tatsache, dass man eBook-Readern von Außen nicht ansieht, was sich ihr Besitzer gerade zu Gemüte führt, haben sicherlich dazu beigetragen, das das Format des elektronischen Groschenromans durch ein neues skurriles Genre zu erneuter Popularität gelangen konnte. Die sogenannte Dinosaurier Pornografie oder auch Dinosaur-Erotica kam, sah und siegte.

Vom Sex mit Sauriern

Vermutlich sind es nicht die meisten Leser die auf der Suche nach erotischer Literatur Schlagwörter wie Velociraptor oder Tyrannosaurus Rex in die Suchmasken von Online Shops eingeben würden. Dino Sex
Zwar ist das nicht vollends auszuschließen, doch ist davon auszugehen, das Christie Sims, eine der Mitbegründerinnen des Dinosaur-Erotica Genres und Shooting-Star der neuen Szene beim Schreiben ihrer Kurzgeschichten eher ein ironisches Ziel verfolgt.
Mit größter Wahrscheinlichkeit gerät man beim Lesen von Titeln wie “Taken by the Pterodactyl”, “Ravished by the Triceratops” oder “Taken by Aliens & offered to the T-Rex” eher ins schmunzeln als in Zustände höchster Ekstase.

So ähnlich trug es sich auch in besagter geselliger Weinrunde zu, als ich mich entschloss zum Spaß die bislang meistverkaufte Geschichte von Christie Sims “Taken by the T-Rex” spontan auf meinen Kindle zu laden.
Nach 40 erhellenden Seiten weiss ich jetzt, dass Neandertaler-Mädchen lieber jagen als eine Familie gründen würden und das und das adoleszente Saurier echte Gefühle hatten und nicht nur fleischfressende Ungeheuer waren.
Und ja es kam zum Geschlechtsakt zwischen Saurier und Menschenweiblein, so skurril wie man sich das nur vorstellen mag.

Schundliteratur 2.0 ?!

Das für die meisten sexuellen Tabuthemen früher oder später ein Plätzchen im Mainstream frei werden kann wissen wir spätestens seit E.L. James Shades of Grey Romanen, die seinerzeit übrigens ebenfalls zuerst als eBook veröffentlicht wurden.
Dino Sex
Keine Frage was Christie Sims und ihr Gefolge an Nachahmern hier geschaffen haben ist definitiv die nächste Stufe der trivialen Unterhaltung in Leseform.
Dennoch sind es in erster Linie der ironische Unterton und die trashige Aufmachung der Kurzgeschichten im Dinosaur-Erotica Ressort, die den potenziellen Leser hier zum Kauf bewegen sollten als das wirkliche Interesse an erotischen Inhalten.

Zu den Kurzgeschichten über Sexabenteuer mit Dinosauriern haben sich übrigens inzwischen auch solche über Drachen, Orks oder Figuren der griechischen Mythologie gesellt.
Einige davon werden vielleicht genauso wie “Taken by the T-Rex” zu kleinen selbstverlegten Bestsellern.
Ein lustiges populärkulturelles Artefakt gibt jedes einzelne von ihnen jedoch schon jetzt ab!

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