Smart New World: Eine Ausstellung zu den Folgen der Digitalisierung!

smart new world

Im Rahmen der Quadriennale 2014, zeigt die Kunsthalle Düsseldorf die Ausstellung “Smart New World”.
Im Zentrum der Schau stehen die Themen Datenkapitalismus und Überwachung, die von den ausstellenden Künstlern in kultureller, gesellschaftlicher, sowie po­li­ti­scher Di­men­sion reflektiert werden.

Besonders gut haben mir die Arbeiten des in New York Lebenden Künstlers Trevor Paglen gefallen.
In mehreren, aus dem Helikopter geschossenen Nachtaufnahmen zeigt er die Quartiere der amerikanischen Informationsdienste NRO, NGA und NSA.
Dahinter steckt der Versuch diese Organisationen für die Öffentlichkeit greifbarer zu machen und ihrem sehr abstrakten Erscheinungsbild ein Gesicht zu geben.
Die Bilder wurden erstmals, in dem u. A. von Glenn Grennwald gegründeten Online Nachrichtenmagazin “The Intercept“, in einem journalistischen Kontext veröffentlicht.

Ganz nach diesem Prinzip hat Paglen die Bilder inzwischen frei zum download bereitgestellt und ruft nun zu ihrer Verbreitung auf!

NSA

Die Wandarbeit “Code Names” listet eine Flut von Decknamen auf, die für vergangene Geheimoperationen in den USA verwendet worden sind.
Wie auch bei den Fotos der Organisationen wird hier auf ähnliche Weise transportiert, dass trotz der “Sichtbarmachung” der physischen Gestalt von Geheimdienstoperationen, Datensammlung und Überwachung dennoch vieles im Dunklen bleibt.

Im Gegenteil: wirft man einem Blick auf die überwältigende Fülle dieser Operationen und den Vermutlich dahinter stehenden enormen Fundus an Informationen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, wird dem Betrachter erst wirklich klar was da alles im Hintergrund abläuft.

Interessant ist auch der sog.  “Autonomy Cube”, den Paglen im Zusammenarbeit mit Jacob Applebaum entwickelt hat.
Die Besucher der Ausstellung können sich über ihre Smartphones mit dem durchsichtig gehaltenen Würfel verbinden, um dann über das TOR-Netzwerk anonym im Internet zu surfen.

Neben vielen weiteren interessanten Werken in Smart New World, möchte ich noch den in der Ausstellung gezeigten Film “Veterans of the Wars of Afghanistan and Nothern Ireland Facing the Corner” von Santiago Sierra hinweisen.
Hier sieht der Zuschauer mit den Augen einer Drone, die durch eine, inzwischen verfallene ehemalige, Militärkaserne in Nordirland schwebt und in der Ecke stehende Soldaten aufspürt.

Sierra symbolisiert damit die Machtlosigkeit der Täter in Kriegsgebieten aber auch die Willkür und Oberflächlichkeit der Observation durch Dronen, die inzwischen Alltag an Kampfschauplätzen geworden ist.

Santiago-Sierra

Zu den beschriebenen Installationen gesellen sich wie bereits gesagt noch einige weitere interessante Werke, Filme und Installationen die den Besuch mehr als rechtfertigen.

Noch bis zum 10. August 2014 ist die Smart New World in der Kunsthalle Düsseldorf zu sehen und bietet Interessierten Anregung, Irritation und Bewusstsein von Gegenwart und Zukunft der Digitalisierung von Individualität im Internet.

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