Tidal – Musik Streaming: Wenn Popstars sich emanzipieren.

Tidal

Letzte Woche startete einen der von Jay Z gegründete neue Streaming-Dienst Tidal auch in Deutschland.
Eine Schar nicht minder prominenter Anteilseigner, unter ihnen Madonna, Rihanna oder Kanye West, mischen jetzt ebenfalls mit, beim Musik-Streaming aus Musiker Hand.
Finden Musiker und Publikum so gerechter zusammen?

05.04.2015

Ob die etablierten Streamingangebote wie Spotify oder Deezer nun zu teuer sind oder nicht, ob die Künstler durch diese fair entlohnt oder nur ausgenommen werden sei dahingestellt.
Fest steht, dass trotz der inzwischen sehr breiten Akzeptanz von Musik-Streaming, noch nicht wirklich alles im Reinen ist in der digitalen Musikwelt, vor allem nicht für die Musiker.

jay-z-beyoncDer Rapper und Medienmogul Jay Z, seine Frau Beyonce und die anderen prominenten Anteilseigner an Tidal, versuchen sich nun in ein Anwaltschaft für faires Streaming.

Grundsätzlich ist die aktuelle Lage für den unbedachten Konsumenten ja erstmal keine schlechte Sache.
Hat dieser momentan nicht nur die Auswahl zuwischen etlichen Anbietern in Sachen Streaming, sondern profitiert auch von einem belebten Konkurrenzkampf der Dienste untereinander.

Alicia-Keys

Tidal ist der erste Streaming-Dienst, der versucht mit anderen Werten zu punkten.
Der Service geht über Kommerz und Technologie hinaus, wie Sprecherin Alicia Keys, bei der Vorstellung des Konzeptes in New York, mit Stolz behauptete.

Angebots-Hopping

Hier ein Gratismonat, dort eine Premiummitgliedschaft zum Sonderpreis. Wer ein bisschen felxibel ist, braucht eigentich fast nie irgendwo wirklich zu bezahlen, sondern hangelt sich von einem Sonderangebot in das nächste.

Music Streaming

Dabei unterscheidet das Musikangebot der Streaming-Konkurrenten sich bislang noch allenfalls marginal voneinander.

Die Marke von 25 Millionen Songs, nehmen sie alle. Zudem verfügen die Dienste fast alle über benutzbare Apps für Mobile Plattformen und den Desktop und können Musik für dem offline Konsum lokal speichern.

verstimmte Sternchen

Wenn Musiker einem bestimmten oder gleich allen Streaming-Diensten ihre Musik vorenthalten, dann meist aus dem Grund, dass sich sich nicht gerecht entlohnt fühlen.

taylor-swift-spotify-840x420Talyor Swift, die vor einiger Zeit offizell Sptoify den Rücken gekehrt hat oder Herbert Grönemeyer, der seinne alten Platten ebenfalls nicht mehr dort vertreten sehen will, sind bekannte Beispiele dafür, dass es aus Künstlersicht noch Redebedarf gibt.

Das Tidal Statement

Neben Songs im Flac-Format und jeder Menge Musikvideos gibts bei Tidal eine ordentliche Portion Idealismus für den Abonennten.

Große Namen gehören zu den Anteilseignern.
Neben Madonna, Kanye West oder Rihanna, die schon genannt wurden, sind z.B. noch Coldplay, Daft Punk, Alicia Keys, Usher, Nicki Minaj oder Arcade Fire mit von der Partie.

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Sie alle sehen im Tidal-Konzept die Marschrichtung für Streaming wie es ein soll.
Gerechte Margen für jeden Künstler der dort Musik einstellt stehen dabei an erster Stelle.
Eine preisdrückende, werbefinanzierte Gratisnutzung bleibt für Tidal-Nutzer ausgeschlossen.

Der gerechte Kunde

Und dafür müssen Abonnenten dann erst einmal mehr zahlen. Mit 9,99 € im Monat tut sich zwar nicht viel gegenüber der Konkurrenz, doch wer Songs im Flac-Format hören will berappt gleich das doppelte für das Monatsabo (bei Deezer z.B. ist das für knapp zehn Euro mit drin).
Der Tidal-Abonnent muss also ein wenig Idealismus mitbringen um seine Kaufentscheidung zu rechfterigen.
Wer Künstler unterstützen möchte, hat neben dem Kauf physischer Tonträger oder dem Besuch von Konzerten also vermeintlich eine weitere Option, und zwar durch gerechteres Streaming via Tidal.

Gerechtigkeit muss exklusiv werden!

Es gibt sicherlich Nutzer, denen es wichtig ist nicht, auf Kosten der Künstler immer das günstigste aller Angebote wahrzunehmen, doch wenn man ehrlich ist, sind diese wohl in der Minderzahl.
Das Tidal-Konzept sollte zumindest jetzt noch nicht unbedingt dazu führen, dass die Kunden Jay Z und seinen Anteilseignern die Bude einrennen.

Spannend wird es wohl erst werden, wenn die Künstler selbst den Tidal-Idealismus ebenfalls leben.
Erst, wenn die großen Popstars anfangen sich gegenüber den anderen Streaming-Plattformen zu verschließen macht Tidal wirklich Sinn und bietet etwas, dass auf lange Sicht mehr Nutzer überzeugen dürfte. Wie das halt so ist, normale Menschen, machen vernünftige Sachen eben fast nie von Alleine, schon gar nicht in unserer Dumping-Konsum-Gesellschaft.
Wenn die Popstars sich also emanzipieren, dann muss das konsequent sein, wir dürfen gespannt sein ob das durch Tidal auch wirklich passiert.

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