Twitter – Mainstream der Minderheiten

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Twitter ist das Soziale Netzwerk, über das die meisten irgendwie bescheid wissen, viele haben einen Account, doch die wenigsten sind wirklich aktiv. Und das gilt nicht nur für das twittern selbst.

Gefühlt twittern sie alle: Unternehmen, Promis, Journalisten, Fernsehsender, Politiker, Verlage und eine nicht unerhebliche Menge derer die ein Smartphone besitzen haben sich schonmal irgendwann dort angemeldet
Und einige Tun es auch wirklich. Es gibt aktive Accounts, die genau das tun, was viele Andere gerne auch tun würden oder vorgeben zu tun.
Doch einen Twitter-Account zu bespielen erfordert Einsatz. Für Firmen und öffentliche Einrichtungen bedeutet es Arbeit oder die Aufwendung von Ressourcen.

Und dabei geht es garnicht mal nur um das Verfassen von Tweets. Selbst das mitlesen, die Informationsgewinnung oder die gezielte Unterhaltung über das Netzwerk erfordern Engagement.
Populäre Tweets werden häufig erst im Zitat einem größeren Publikum bekannt. Tweets werden recycelt aufbereitet und kuratiert, bevor sie von der Masse gesehen werden.
Tweets sind für viele nur Infos aus zweiter oder dritter Hand, quer durchgereicht durch die Medien.
Twitter ist ein Lean-Foward Medium, und zwar weit mehr als viele andere Netzwerke im Social Web.
Twitter gehört zum Mainstream, weil alle davon reden, weil alle irgendwie mitmachen, aber irgendwie dann doch wieder nicht, Millionen verwaister Accounts zeugen davon.
Twitter ist der Mainstream, den aber kaum einer richtig benutzen kann.
Zwar weiss inzwischen jeder was ein Hashtag ist, aber googlen ist das noch lange nicht. Bevor Nutzer sich mit dem Listen-Feature auseinandersetzen oder die mute Funktion sinnvoll nutzen sind sie vermutlich schon wieder weg.

Der wahre Mainstream, eine Minderheit

Diejenigen, die genau die Tweets verfassen, die von vielen gelesen werden, wegen der sich die meisten Nutzer anmelden, die über das Netzwerk hinaus zitiert werden, sind Wenige.
Wenige Unternehmen, wenige Politiker, wenige Gatekeeper, Prominente, öffentliche Personen, Wissenschaftler, Autoren oder Netzpersönlichkeiten.
Egal welches Ressort man anspricht, überall ist es nur eine verhältnismäßig überschaubare Gruppe, die Twitter wirklich nutzt.
Wenige sind es im Vergleich zu denen, die sich anmelden um dabei zu sein und dann irgendwie doch nicht dabei sind.
Ob als Verfasser von Tweets oder als Rezipient von Infomationen, Twiteratur oder Serviceleistungen.
Twitter ist eigentlich nur der Mainstream der Minderheiten1.

(Foto: “Twitter Logo” von Shutterstock)

  1. Die Bezeichnung „Mainstream der Minderheiten“ habe ich mir bei Mark Terkessidis u.A. aus gleichnamigem Buch geliehen, weil sie gut gepasst hat.

 

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