Typed für OSX – Die Wiederentdeckung des Minimalismus

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Schreibsoftware kommt in der Regel in zwei groben Kategorien daher.
Es gibt die umfangreichen Alleskönner, die darauf ausgelegt sind komplette Bücher zu schreiben und es gibt solche, die bewusst möglichst wenige Einstellmöglichkeiten bieten und mit einem übersichtlichen Interface die Textproduktion an sich in den Vordergrund rücken wollen.
Typed reiht sich an dieser zweiten Stelle ein, bringt vieles auf den Punkt und trumpft mit ein paar netten Features auf.

20.07.2015

Das Wort Minimalismus ist gerade in Bezug auf Texteditoren ein wenig überstrapaziert.
Kreativität beim Schreiben scheint, zumindest wenn es nach den Entwicklern von passender Software dafür geht in einem Atemzug zu fallen mit der Reduzierung auf das Wesentliche. Jeder der gerne in die Tasten haut, kann diese Aussage sicherlich auch bestätigen.

Minimalismus aber richtig:

Doch wenn schon sparen, dann auch bitte an den Richtigen stellen. Dies gilt für Funktionen genauso wie für das Interface eines Texteditors.
Typed setzt hier meiner Meinung nach die richtigen Prioritäten.
Desk oder Mars Edit beispielsweise versuchen, vollständige Blog-Editoren zu sein, scheitern aber Entweder am Design oder an der, oft auch API bedingten Kompatibilität mit dem CMS.
Und große Schreibmonster wie Scrievener haben eben ihre eigenen Einsatzzwecke, sind aber alles andere als minimalistisch.

Meine Standart Software, mit der auch die meisten Texte dieses Blogs entstehen ist nach wie vor Ulysses, doch Typed hat sich jetzt schon einen Plätzchen daneben ergattert.
Warum? Weil Typed auf sympatische das Konzept des Schreib-Minimalismus abhandelt und ich bislang noch keine Funktion vermisst habe.

Die Typed Features:

Im Zentrum steht ganz klar das ablenkungsfreie verfassen von Texten. Dazu gehört natürlich ein Vollbildmodus, eine Schreibmaschinen-Ansicht, bei der der Cursor stets auf dem Mittelpunkt der Seite bleibt, sowie ein Satz- bzw. Paragraphfilter, der bereits geschriebenes ausgraut um den Fokus auf das Schreiben zu lenken.

Selbstredend setzt Typed auf die Auszeichnungssprache Markdown und bietet neben der analogen Eingabe der beliebten Formatierungs-Kürzel auch Shortcuts für die wichtigsten von Ihnen an.
Typed exportiert Dokumente in HTML sowie im RTF Format und verzichtet bewusst auf eine PDF oder Docx Ausgabe.

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Es lassen sich drei Farbschemen wählen (Weiß, Schwarz und Sepia) was ich persönlich sehr wichtig finde, für das Schreiben bei wechselnden Lichtverhältnissen.
Ein besonderes Feature ist zu dem der sog. ZEN-Modus. Ist dieser Aktiviert, kann man zwischen acht verschiedenen Sound-Untermalungen wählen, die beim Konzentrieren behilflich sein sollen.
Von Regen und Sturm über Vogelgezwitscher bis hin zu meditativem Sing Sang ist alles dabei.
Das ich auf so etwas stehe habe ich kürzlich ja schonmal an anderer Stelle verlauten lassen.

Typed Motivation

Bei Bedarf werden auf leeren Typed Blättern zudem kleine motivierende Sprüche von großen Autoren angezeigt.
Wer großes schaffen darf sich ja bekanntlich nicht scheuen sie auf die Schultern von Riesen zu stellen.
Auch auf eine übergeordnete Dokumenten-Verwaltung, wie sie z.B. in Ulysses vorhanden ist haben die Entwickler von Realmac verzichtet, diese Entscheidung pflegt sich gut ins Gesamtkonzept ein.

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Fazit:

Typed revitalisiert auf sympathische Art und Weise das Minimalismus-Konzept für Texteditoren und hat gleich bei mir angedockt.
Wer sich mit dem ablenkungsfreien Schreiben vertraut machen will sollte Typed definitiv dazu in Betracht ziehen. Abgesehen von geschmacklichen Präferenzen stimmt bei dieser App eigentlich alles.

Momentan gibt es Typed (Mac App Store Link) zum Einführungspreis von 14,99 € zu erwerben. Store. Der Preis soll sich dann in absehbarer Zeit verdoppeln.
Auf der Website von Realmac ist zu dem eine Demoversion zu beziehen.

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