Über den Unsinn von Facebook Ads!

Facebook / Zwentner.com

Es gibt viele Analysen und Meinungen über den Impact von beworbenen Webinhalten auf Facebook.
Nachdem ich es jetzt doch einmal selbst ausprobiert habe, kann ich sagen es stimmt: Das Bewerben von Facebook Posts ist Sinnlos, zumindest in meinen Fall.

07.11.2014

Solche Versuche sind natürlich immer eine sehr subjektive Sache, und auch die Bedingungen unter denen ich Facebook Ads für mich getestet habe sind auf meinen persönlichen Anwendungsfall zugeschnitten.
Ein etwas objektiveres Beispiel, habe ich vor einiger Zeit hier gebracht.
Dennoch hier meine Erfahrungen!

Die Ausgangslage:

Schon vor längerer Zeit habe eine sog. Facebook-Seite zu diesem Blog hier eingerichtet. Durch einen Automatismus, werden alle meine neuen Artikel hier auf dieser Facebook-Seite verlinkt.
Wer mir dort also folgt, kriegt diese Links in seine Facebook Timeline gespült, zumindest theoretisch.
Als ich jetzt nach längerer Zeit mal einen Blick auf die Facebook-Seite geworfen habe, konnte ich feststellen, dass sich inzwischen eine stattliche Anzahl von 63 Likes für ZWENTNER.com dort angesammelt hat.
Das dies nicht bedeutet, dass auch alle diese 63 Leute meine Artikel in ihrem Facebook zu sehen bekommen war mir klar, denn das Geschäftsmodell des Unternehmens baut schließlich darauf auf, Likes und Views zu verkaufen.
So habe ich aktuell im Schnitt eine Viewer-Zahl von 10-25 Nutzern pro geteilten Artikel auf der Facebook-Seite.
Verglichen mit den Leuten die ein von mir geteilter Artikel auf Twitter App.net oder Tumblr erreicht ist das an sich schon einmal eine ziemlich mickrige Zahl.

Das Versprechen von Facebook, durch sog. “geboostete” Posts, nicht nur mehr, sondern auch genau die richtigen Leute zu erreichen, war dann Grund genug für mich, die Sache mal auf den Prüfstand zu stellen.

Das Setting:

Als Testartikel wählte ich diesen aus:

Emanzipierte Aggression: Perfume Genius – Too Bright

Dahinter steckte kein besonderer Gedanke, es war einfach der letzte den ich veröffentlicht hatte.
Den Facebook-Boost startete ich ungefähr 5 Stunden nach dem der Artikel erschienen war. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er genau 31 Seitenaufrufe.

Facebook Paper / Zwentner.com

Ich Bewarb den Post mit der geringstmöglichen Summe von einem Euro.
Dafür sollten den Post dann 250 bis 300 Leute im Facebook zu sehen bekommen.

Was kam dabei heraus?

Es dauerte ungefähr drei Tage bis ich eine Mail von Facebook bekam. In dieser wurde mir mitgeteilt, dass der Post jetzt von 298 Nutzern gesehen wurde. Weiterhin, wurde ich natürlich darauf hingewiesen, dass ich jetzt noch mehr Geld in den Post investieren kann wenn ich möchte.

Man könnte also denken, Auftrag erfüllt, alles gut.
Speziell bei meinen Inhalten wäre das aber nur vorgeschoben. Da ich ja, wie gesagt, lediglich Links zu den Inhalten auf ZWENTNER.com auf meine Facebook-Seite poste, muss derjenige der einen Artikel lesen will dafür das Facebook verlassen und die Website im Browser aufrufen.
Nach den drei beworbenen Tagen, hat sich die Besucherzahl zu besagtem Artikel jedoch keineswegs um die Anzahl von 298 Aufrufen erhöht.
Zwar wurde der Artikel binnen dieser Zeit zwar noch rund siebzig mal aufgerufen, doch das wäre, gemessen am Durchschnitt, wohl auch ohne die Facebook-Werbung geschehen.

Wer also auch immer meinen Facebook-Post angezeigt bekommen hat, die “richtigen” Personen waren es auf keinen Fall.
Natürlich ist dabei zu berücksichtigen, dass Leute im allgemeinen eher weniger auf externe Links im Facebook klicken als mit Inhalten zu interagiere, die im Netzwerk selbst generiert wurden.

Für meinen Anwendungsfall macht das jedoch keinen Unterschied.
Facebook-Ads sind, auch nach meiner Erfahrung, ein schwer zu durchschauendes schwarzes Loch, in das man besser kein Geld werfen sollte.

Sag was dazu!