Warum die Apple Watch nicht Deine persönlichste Technik ist!

Apple Watch

Apple wirbt damit, dass die Watch die bislang persönlichste Technik ist, die das Unternehmen auf den Markt geworfen hat.
Ganz klar eine Anspielung, auf die Messung der Körperfunktionen, die durch das Gadget vorgenommen werden, die enorme Menge an Kombinationsmöglichkeiten von Uhrenmodellen und Armbändern, oder auf die Taptic Engine mit der die Uhr ein haptisches Feedback zur Interaktion mit dem Nutzer bereithält.
Doch was macht Technik eigentlich zu einer persönlichen Sache? Ich glaube es sind andere Dinge und die wiederum sind gar nicht mal neu.

30.05.2015

Heute hatte ich mein iPhone in der Reperatur. Der Eingriff hat nur ein paar Stunden gedauert und ich konnte das Teil noch am gleichen Tag wieder im Apple Store abholen.

Es war jedoch genug Zeit, um dieses typische Gefühl zu entwicklen das einem irgendwas in der Hosentasche fehlt, nicht permanent doch immer mal wieder in diesen knapp vier Stunden.

Mir ist mal wieder so richtig aufgefallen, wie sehr man doch im Alltag inzwischen mit seinem Smartphone verwachsen ist.
Ob man eine Konversation angefangen hat, die man erstmal nicht weiterführen kann, schnell ein Foto knipsen will und es geht gerade nicht, oder schlicht wissen möchte wie spät es gerade ist.
Diese Dinge konnten alle warten, auch wenn sie dann doch auf gewisse Weise längst native Elemente meines Alltags mit dem iPhone geworden sind.

Irgendwann stellte ich mir dann die Frage: Wäre dieses Gefühl bei der Abwesenheit der Apple Watch das gleiche?
Wenn Apple von “persönlichster Technik” spricht, sollte es zumindest Ansatzweise so sein.

Bekanntlich besitze ich keine Apple Watch, deshalb können die Überlegungen, die mir heute durch den Kopf gingen natürlich nur theoretischer Natur sein.
Doch für die die meisten meiner Gedanken wäre diese Selbsterfahrung wohl auch nicht nötig.

Lieber einen Ferrari in der Tasche als einen VW Käfer ums Handgelenk

Es ist wohl nicht nötig zu beschreiben, an welchen Stellen ein iPhone oder ein anderes Smartphone heute in der Lage ist nicht nur den analogen Kommunikationsradius zu erweitern, sondern längst unzählige neue und kreative Formen der Unterhaltung etabliert hat.

Jedem ist klar, welchen Einfluss das Device in der Hosentasche auf den eigenen praktischen und vernetzten Alltag hat und auch welche technischen Fortschritte sich in den letzen Jahren ereigent haben.

Apple Watch iPhone

Das Alles, oder zumindest das meiste davon soll und kann die Apple Watch auch.
Naja, nur eben nicht Alleine, d.h. ohne Verbindung zum iPhone und vermutlich, für eine sehr lange Zeit, auch noch nicht so gut wie das iPhone.

Selbst wenn eine Stand-Alone Nutzung der Uhr jetzt schon möglich wäre, zeichnet sich der Hauptkritikpunkt aus dieser Warte schnell ab und lautet: Lieber einen Ferrari in der Hosentasche, als eine VW Käfer ums Handgelenk.

Die Persönlichkeit messen?

Aber wie bereits angesprochen ist wohl das auch nicht Apples Hauptgrund, warum die Apple Watch das vermeintlichst persönlichste Stück Technik ist, was der Konzern je vom Fließband hat laufen lassen.

Das richtige Kleingeld vorrausgesetzt lassen sich in der Tat ziemlich viele mögliche optische individuelle Kombinationen aus Uhr und Armband zusammenstellen, was diese Technik vielleicht persönlcher macht, als ein iPhone in drei Farben und zwei Größen.
Das Hauptargument mit dem Apple, Persönlichkeit beschreibt besteht jedoch wohl im Tracking der eigenen körperlichen Konstitution.

Persönlich heißt für mich: Nicht entbehrlich!

Momentan hat die Apple Watch vielleicht noch nicht das Zeug dazu, aus den vielen erhobenen Daten sinnvolle Handlungsanweisungen für ihren Träger abzuleiten.
Mit diesem Problem sitzt sie mit anderen Wearables und vernetzten Gebrauchsgegenständen übrigens in einem Boot.

Doch nehmen wir einmal an dieses Problem wäre überwunden. Nehmen wir an, die Apple Watch würde mehr oder weniger sinnvolle Schlüsse aus dem Monitoring ihres Besitzers ausspucken.

Macht das die Technik dadurch persönlicher?

Genau das denke ich nicht. Das einzige was die Uhr irgendwann mal bieten wird ist eine persönliche Verhaltensanweisung aufgrund der aufgezeichneten Daten und Messwerte über die eigene Konstitution.

Mit welchen Vor- und Nachteilen das auch immer in Zukunft verbunden sein mag, darauf könnte ich eher verzichten als auf die oben beschriebenen Anwendungsfälle meines iPhones.

Das Zentrum der smarten Persönlichkeit

Das Zentrum der smarten Gadgets wird zumindest bei mir, noch über sehr lange Zeit das iPhone sein.
Das iPad hat es nicht geschafft dieses abzulösen und die Apple Watch schafft es, zumindest bis jetzt, noch nicht einmal mein Kaufinteresse zu wecken.

Mag sein, das sich das in einer der Folgegenerationen ändern wird, momentan jedoch ist die Apple Watch, als die vermeintlich persönlichste Technik Apples, für mich nichts weiter als ein uneingelöstes Marketingversprechen.

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