Warum Feedback so wichtig ist!

ThinkingEgal was man macht, wenn niemand anders dazu Stellung bezieht, weiss man nie woran man ist mit dem was man tut. 
Feedback ist aber nicht nur dazu gedacht sich zu verbessern, oder gar (s)ein Produkt an eine Zielgrupe anzupassen. Es ist essentiell um überhaupt weiter machen zu können.

Wer sich kein Feedback einholt, der arbeitet sozusagen im stillen Kämmerlein vor sich hin. Mit der Zeit entsteht der allseits bekannte Tunnelblick auf den eigenen kreativen Output (um nicht immer Arbeit zu sagen). Wenn dieser Tunnel einmal da ist, wird es schwerer und schwerer die Meinungen anderer zu aktzeptieren.
Doch genau diese Meinungen sind wichtig, nicht (nur) um am Ende ein besseres Buch geschrieben oder ein schöneres Kunstwerk hergestellt zu haben.
Sie sind auch wichtig um sich selbst zu motivieren überhaupt weiter zu machen. Wer in einem luftleeren Raum vor sich hinwerkelt, dem geht irgenwann der Bezug verloren zu der „Welt“ in die das Werk irgendwann mal hineingeworfen werden soll wenn es fertig ist.

Dialog

Feedback ist also in gewisser Weise ein Dialog zwischen dem Produzenten eines Werkes und dessen Umwelt. Dabei muss Feedback noch nicht einmal so konkret sein, wie man es sich gemeinhin vorstellen würde. Sicher in vielen Fällen bedeutet es ein Gespräch mit einem Vertrauten, z.B. nachdem dieser eine Leseprobe eines Textes erhalten hat oder seine Meinung zu einem kreativen Produkt in anderer Form kommuniziert.
Feedback kann aber auch die anonyme Veröffentlichung oder zur Schaustellung von einem unfertigen Produkt im Netz oder mitten auf der Straße sein. Ein Umgebungswechsel kann diesen Dialog mit der Umwelt also genauso einleiten, sofern es nicht von einem stillen Kämmerlein ins andere geht.

Skepsis vor Feedback

Wer an einer großen Kopfgeburt trägt, der hat gegenüber Feedback oft Vorbehalte. Natürlich wissen die meisten Kreativen ganz genau wie wichtig es ist, doch die Verdrängung ist hier häufig ein der stärkere Mitspieler.
Feedback ist das größte Geschenk, das man seinem Werk machen kann, es gilt der immer wieder aufkeimenden Skepsis Einhalt zu gebieten und sich darüber bewusst zu sein, dass man sich gegenüber erhaltenem Feedback für rein garnichts an seiner Arbeit rechtfertigen muss.
Was weiterhin dabei hilft die Skepsis etwas einzudämmen, ist das Bewusstsein darüber, das nicht jeder und alles immer ein Feedback-Geber sein kann oder muss.
Dabei geht es nicht darum, sich von nichts und niemandem etwas sagen zu lassen, sondern eher darum mit offenen Augen nach Feedback-Gebern zu suchen und diese wertzuschätzen. Um Feedback-Geber zu finden ist es eben erforderlich sein “Work in Progress” der Öffentlichkeit anzubieten.
Es gibt kein schlechtes Feedback, aber es gibt kein Feedback und daran ist nichts schlimmes!

Nicht erst auf den großen Wurf warten!

Die Verlockung ist groß, mit seinem Werk einfach aus dem Nichts zu erscheinen. Alle zu verblüffen und bereits als gefeierter Held die Bühne der Öffentlichkeit zu betreten geschieht jedoch allenfalls in einer perfekten Welt, in der wir eben  leider nicht leben.
Wir leben in einer Welt der offengelegten Prozesse, der schnellen und grenzenlosen Kommunikation in der alles aushandelbar und „Work in Progress“ ist.
Nimmt der Produzierende an diesen Prozessen nicht teil, geht ihm eine wichtige Feedback-Quelle verloren.

Diese Art des Feedbacks ist inzwischen so wichtig geworden, dass unter Umständen, dann irgendwann genau das eintritt, was man eine Schreibblockade nennt oder ein künstlerisches Blackout. Dann kann man vielleicht gar nicht mehr weiter machen, weil man sich nur noch um sich selbst dreht.

Man muss sich sein Buch ja nicht gleich crowdfunden lassen, doch man sollte offen sein und dankbar, für die Leute die nur darauf warten die Meinung eines Anderen zu hören und daraufhin Feedback zu geben.
Neue und harte Theorien haben es in dieser Welt immer schwerer, Work in Progress-Theorien entsprechen eher dem Zeitgeist und funktoniernen nur über den stängigen Dialog.
Ob eine Geschichte gut ist, lässt sich bereits herausfinden während man sie schreibt, die Möglichkeiten dazu liegen vor unseren Füßen.
Auch Texte, die den eigenen Ansprüchen nicht unbedingt gerecht werden, können eine wichtige Ressource für Feedback sein.
Man darf also gerne auch virtuelle Papierknäuel ins Netz werfen oder Freunden per Email schicken.

Zweite und dritte Versuche, vorläufige Versionen und fehlgelaufene Experimente gehören genauso in die Öffentlichkeit wie das vermeintlich vollendete Produkt.
Nur so findet man heraus wer man ist und wer man sein kann, in Bezug zu seiner eigenen Kreativität!

Bei all dem gilt die Regel: Ein kreatives Werk wird nie perfekt und vielleicht auch nie wirklich vollendet sein. Beides sollte auch nicht das Ziel sein.
Zur Diskussion und zur Grundlage für Feedback taugt es immer und je mehr Dialog durch ein Werk angetossen wird, desto mehr hat es seinen Sinn erfüllt. Das gilt für den Kreativen selbst, genauso wie für sein Publikum.

 

Sag was dazu!