Warum man eBooks eine Chance geben sollte oder: Der eBook-Reader der für mich Sinn macht!

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Nach langem überlegen habe ich mir einen Kindle zugelegt! Das Warten hat die Entscheidung nicht unbedingt einfacher gemacht, denn im letzen Jahr hat sich natürlich viel auf dem Markt für e-Reader getan. Warum ich mich trotzdem für den Kindle Classic entschieden habe will ich hier erzählen.

Eines vorneweg; ich bin mit meiner persönlichen eBook Erfahrung definitiv spät dran! Wer sich schon länger für das Thema interessiert, wird in diesem Artikel nicht unbedingt viel neues Erfahren. Ein eigener Standpunkt ist es jedoch immer wert erörtert zu werden und neue Ansichten müssen nicht zwangsläufig auch aus neuen Aspekten entstehen. Viel Spaß!

Es gibt viele Gründe, das Lesen von Büchern aus Papier gegenüber dem Lesen digitaler Bücher zu bevorzugen. Einige davon sind ganz praktischer Natur, andere eher Einstellungssache. Grob zusammen gefasst lassen sie sich auf die folgenden Punkte herunterbrechen:

Das romantische Argument

Einer der tragensten Beweggründe der mich bislang davon abgehalten hatte mir einen eBook-Reader zuzulegen war zweifelsohne ein eher romantisches.
Bücher gehören gedruckt! Ein Buch erzählt nicht nur die Geschichte die auf seinem Papier festgehalten ist, sondern auch die Geschichte der Menschen die das “physische” Buch mit sich herumgetragen haben. Seien es Eselsohren, angenommene Gerüche, Sandkörnchen vom Strand, Kaffeeflecken oder natürlich hereingekritzelte Notizen. Das Lesen eines Buches macht jedes einzelne Exemplar auf eine gewisse Weise individuell, und schreibt so gleichzeitig kleine Geschichten über seiner Leser.
So entfalten gerade ältere, bereits häufiger gelesene Exemplare von gedruckten Büchern einen besonderen Mehrwert, den eine digitale Version so nie erreichen kann.

Das Auslagerungsargument

Für viele spielt sicher auch ein eher psychologischer Faktor eine Rolle wenn es um die Entscheidung für oder gegen einen eBook-Reader geht.
Mit Auslagerungsargument meine ich ungefähr folgendes: Das Lesen eines Buches (gerade wenn es sich um Sachbücher oder Fachliteratur handelt) bedeutet auch immer einen Zuwachs an Gedanken, Informationen und neuen Ansichten. Mein Gedächtnis funktioniert eher fotografisch, und so war es schon immer hilfreich für mich die Informationen, die ich mir durch das Lesen angeeignet habe auch nachträglich noch vor mir zu sehen.
Der Blick auf mein Bücherregal funktioniert für mich quasi als Strukturierungshilfe meiner Gedankenwelt. Es ist ein wenig so als hätte ich die Archivkartei von den Büchern die ich gelesen habe aus meinem Kopf ausgelagert. Einzelne Bücher bleiben durch ihre physische Präsens so greifbarer, lebendiger und im wahrsten Sinne des Wortes fassbarer für mich.

Das Selbstdarstellungsargument

Dieser Standpunkt klingt im ersten Moment etwas negativer als er gemeint ist. Der Punkt ist hier der, dass das eigene Bücherregal auch immer eine Aussage über seinen Besitzer macht. Frei nach dem Motto: “Zeig mir deine Bibliothek und ich sage Dir wer Du bist” lassen sich so mit Freunden und Bekannten die die heimische Büchersammlung besichtigen viele schöne Gesprächsanlässe finden. Es gibt vielleicht keinen anderen Ort in der Wohnung oder dem Haus eines Freundes der tiefere Einblicke in seine Werte, Einstellungen, Interessen und Auffassungen gewährt. Eine digitale Bibliothek kann das nicht leisten.

Das praktische Argument

Physisch Vorhandene Bücher brauchen keine Batterien und sind immer und überall einsatzbereit. Man braucht im Großen und Ganzen nicht in besonderem Maße auf sie Acht zu geben.
Sie können herunterfallen ohne gleich kaputt zu gehen, sie halten hohe Plus- und Minusgrade aus und haben kein Verfallsdatum.
Es genügt der Sprache in der das Buch geschrieben ist mächtig zu sein um es konsumieren zu können. Weitere Kompatiblitätsprobleme sind nicht zu erwarten.
Gedruckte Bücher können ohne Aufwand verliehen oder verschenkt werden mehr als eine utilitaristische Einstellung ist dafür nicht notwendig!
An dieser Stelle könnten sicher noch einige weitere praktische Argumente für gedruckte Bücher stehen, doch das bereits beschriebene soll an dieser Stelle genügen um klar zu machen das das konsumieren digitaler Bücher viele dieser praktischen Aspekte nicht mit sich bringt.

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Warum also überhaupt Bücher digital Lesen?

Das Lesen von eBooks ist schon lange keine “Nerdangelegenheit” mehr. Mit dem stetig wachsenden Angebot an älteren Büchern wird inzwischen nahezu jedes neu veröffentlichte Buch auch als eBook Ausgabe veröffentlicht. Welche Gründe sprechen also dafür Bücher digital zu lesen?

Das praktische Argument

Auch wenn dem eBook auf der praktischen Seite viele Nachteile gegenüber dem Papierbuch attestiert werden, bringt es doch einige nicht von der Hand zu weisende Vorteile mit sich: So ist es in erster Linie (den entsprechenden Reader vorausgesetzt) sehr klein, leicht und handlich. Gerade auf Reisen spielt ein eBook-Reader seine Vorteile aus. Ohne ihn wäre es nicht möglich hunderte von Büchern beispielsweise in einen einzigen Rucksack zu “packen”.
Ist die technische Grundlage mit dem potenziellen Gegenüber auf das selbe Fundament gestellt, ist das verleihen und verschenken von Büchern, einfach schnell und unkompliziert zu gewährleisten und oft mit ein paar Mausklicks erledigt.
Beim Lesen von eBooks kann man Schriftbild und Schriftgröße individuell auf seine Lesebedürfnisse abstimmen oder leicht beliebig viele elektronische Lesezeichen setzen. Um digitale Bücher zu erwerben braucht man noch nicht mal das Haus zu verlassen. Sie lassen sich einfach zuhause vom Sofa aus kaufen und schon Sekunden später sind sie lesebereit.

Das ökologische Argument

Das Digitale Buch ist umweltfreundlich, da es Papier und vor allem Transportwege spart. Jeder Gegenstand den wir weniger im Internet bestellen ist ein Gewinn für die Umwelt, deshalb ist dieses Argument nicht zu unterschätzen.

Das ökonomische Argument

Sicher, über die Buchpreisbindung in Deutschland lässt sich diskutieren! Dennoch erfreut sich der eBook-Leser auch heute schon an vielen Klassikern der Literaturgeschichte die nicht mehr unter die Regeln des Urheberrechtes fallen und deshalb frei und Kostenlos (z.B. bei Amazon) in der digitalen Variante erhältlich sind.
Ebenfalls bei Amazon gibt es inzwischen eine sog. digitale Leihbücherei, in der man, eine Prime Mitgliedschaft vorausgesetzt, kostenfrei digitale Bücher “leihen” kann.

Das Argument der “neuen” Community

Das Social Web ist inzwischen ein fester Bestandteil der eBook-Szene in Deutschland. Moderne eBook-Reader können Textstellen twittern, auf Facebook posten oder bieten Portale zur direkten Bewertung und Diskussion des gerade gelesenen. Auch der Inhalt von Netzpublikationen findet inzwischen einfach und komfortabel seinen Weg auf mobile Lesegeräte. Durch die Weiterleitung von “gebookmarkten” Webinhalten auf Instapaper oder Pocket kein Problem.

Ok überzeugt! Doch was jetzt?

Wie sich gezeigt hat gibt es jede Menge Argumente für oder gegen das Lesen von Ebooks. Es bleibt an jedem selbst für sich herauszufinden ob bzw. wann der Schritt in das digitale Leseerlebnis zu vollziehen ist.
Ein entschiedener Faktor bei dieser Entscheidung spielt mit Sicherheit auch die Frage welcher eBook-Reader der richtige ist.
Zumindest bei mir war es so, denn bevor ich mir noch ein weiteres technisches Gadget ans Bein binden würde musste ich mir sehr sehr klar darüber sein, was ich eigentlich genau will von digitalen Büchern und vor allem darüber was ich nicht von Ihnen will! Logischerweise ist die Bedürfnislage bei jedem dort ziemlich unterschiedlich. Die Beschreibung der meinen kann jedoch hoffentlich für den einen oder anderen dazu beitragen seinen Blick auf das Thema E-Reader ein wenig zu schärfen.

Der eBook-Reader der für mich Sinn macht!

Ich werde jetzt nicht detailliert auf einzelne Modelle von verschiedenen Herstellern eingehen oder sie gar einem ausführlichen Test unterziehen. Dazu habe ich erstens nicht den vollen Durchblick bei dem Thema, und zweitens war dies für meine Entscheidung einen Kindle Classic zu kaufen auch gar nicht notwendig. Doch fangen wir von vorne an:

Ich besitze ein iPad 3 und damit, wenn auch nicht das neueste Modell, einen Ableger des zweifelsfrei momentan besten auf dem Markt erhältlichen Tablet-Computers. Das iPad erfüllt alle meine Ansprüche an ein mobiles und smartes Internetdevice bis auf eine einzige Funktion: Ebooks lassen sich über einen längeren Zeitraum nicht sehr gut darauf lesen.
Schätze ich auch das hervorragende Touch Display und das tolle Softwareangebot beim bearbeiten vom PDF´s oder kürzeren Artikeln, macht der beleuchtete Hintergrund des iPads beim Lesen vom eBooks meinen Augen jedoch schnell zu schaffen.

Die E-Ink Technologie ist einfach viel besser zum Lesen geeignet, darüber gibt es wenig zu diskutieren.
Für meinen Fall war also ein E-Reader erforderlich der nur diese eine Funktion mit sich bringt, also ein Display auf dem ich besser lesen kann als auf dem iPad.
Viele eBook-Reader bringen inzwischen weit mehr Funktionen (wie. z.B. das Abspielen von mp3´s , überladene  Internetfunktionen, oder eine passive Hintergrundbeleuchtung mit sich)

Alles Dinge die das iPad besser kann und somit überflüssig für mich.
Der Kindle Classic ist ein bewährter E-Reader und sogar der meistverkaufte den es bis jetzt gibt. Das was er soll, nämlich eBooks perfekt lesbar darstellen macht er mit Bravour. Ein weiteres Argument für mich war der Preis. Gerade mal 49 Euro werden aktuell für den Kindle Classic veranschlagt, das ist wirklich fast geschenkt.
Für einige Leute mag es ein Nachteil sein, das der Kindle nur mit eBooks im Mobi-Format kompatibel ist, doch für alle eBooks die dieses Format nicht haben (was inzwischen die wenigsten sind) gibt es z.B. die kostenlose Ebook-Verwaltung Calibre für den Mac mit der sich Formate spielend leicht umwandeln lassen.
Ja er hat keine Hintergrundbeleuchtung und auch nicht den gleichen Funktionsumfang wie andere Kindle Modelle, z.B. Der fast 2,5 mal so teure Kindle Paperwhite, oder andere Geräte aus dem Hause Kobo, Tolinio oder Sony. Doch er erfüllt genau meinen Anspruch, nämlich den Ersatz bzw. die Ergänzung zu einem Buch aus Papier. Dies geschieht auf eine erfreulich minimalistische und unaufdringliche Weise.

Der Kindle Classic ist vermutlich nicht umsonst der meist verkaufte E-Reader aller Zeiten.
Er ergänzt meine physische Bibliothek an der richtigen Stelle, soll und wird diese aber nicht ersetzen.
Er ist kein multifunktionelles Tablet und will das auch gar nicht sein. Gleichzeitig genieße ich den Komfort und die Angebote der schönen “neuen” digitalen Lesewelt.

Alles in allem für mich eine sinnvolle Anschaffung! Ich kann nur jedem der schon länger überlegt hat sich einen eBook-Reader zuzulegen, den Gedanken dann aber wieder verworfen hat, nur empfehlen den Schritt in die digitale Lesewelt zu wagen. Denn richtig angegangen ist dieser alles andere als das Ende der bisherigen Lesegewohnheiten.

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