Wer braucht ein iPad Pro?

iPad Pro

Das iPad Pro scheint mir ein wirklich beeindruckendes Stück Technik. Ganz günstig ist der Spaß allerdings nicht.
Einen vollwertigen Rechner kann und will es denke ich jedoch (noch) nicht ersetzen.
Wer braucht es also?

12.09.2015

Wer es gewohnt ist mit dem Mac irgendeiner Form von performativer Arbeit nachzugehen und im Laufe der letzen fünf Jahre einmal versucht hat, das alles auf einem iPad zu erledigen, der dürfte schnell an seine Grenzen gestoßen sein.

Das iPad ist mir seit Jahren ein nützlicher Begleiter mit dem sehr vieles geht, einiges jedoch nie gegangen ist, oder eben nur wesentlich umständlicher als unter OSX.

Aufgrund der Systembeschränkungen unter iOS können einfache Workflows, wie das Hochladen einer Datei oder der Gebrauch von super nützlichen Tools wie TextExpander, auch heute noch zum mittelgroßen Problem werden.

Auch Hardware-seitig gibt es immernoch User die mit den begrenzten Möglichkeiten zum Anschluss von Peripherie kämpfen oder einfach nicht warm werden mit der Touchscreen-Bedienung in professionellen Anwendungsfällen.

Nun dafür ist es eben ein Tablet und kein Laptop oder Desktop-Rechner, werden einige jetzt sagen und sie haben Recht damit.
Das iPad Pro will diese Grenze, die die meisten inzwischen akzeptiert haben, aber offensichtlich nun wieder auflösen.

Der Preis und die Leistung:

Meine iPads waren und sind mir , wie gesagt immer eine wertvolle Ergänzung zum iPhone und zum Mac gewesen, ein nicht immer notwendiges aber durchaus sehr nützliches Bindeglied quasi.

Das iPad Pro würde sich sehr schwer tun in dieser Rolle, und das fängt schon beim Preis an.
Wer sich das größte iPad Pro mit 128 GB Speicherplatz und LTE zulegt (und was sollte man bei einem Gerät mit dem Namen Pro auch anderes tun?) und dann noch den neuen Apple Pencil sowie die schicke neue Hüllentastatur dazupackt kommt auf einen stolzen Einkaufspreis von knapp 1350 Dollar.
Das ist nicht nur eine Menge Holz sondern spielt ganz klar auch schon in der Mac Book Pro Liga.

ipad Pro 2

Doch bis auf die neue (und wirklich ordentlich wirkende) Eingabemöglichkeit mit dem Pencil und eine Tastatur mit einem hoffentlich enthaltenen Mehrwert gegenüber der vielen guten Drittanbieter-Lösungen, gibt es eigentlich nichts was dieses iPad zu einem besseren Kreativen Werkzeug macht.
Natürlich ist es schneller, und das Display ist größer.
Die Beschränkungen gegenüber einem iMac oder Mac Book Pro mit OSX bleiben jedoch ansonsten die gleichen wie schon beim iPad Air und allen Vorgängern.

Mal eben gekauft ist das Teil mit diesen Preis jedoch weiss Gott nicht.

Apps

Die Apps sind das nächste Problem. Natürlich ist auf dem Pro so einiges (mehr) möglich. Durch den Engpass des schwächsten aller unterstützen iPads bleibt die Entwicklung von „Pro Apps“ allerdings eine ziemlich wackige Angelenheit, zumindest aus Entwicklersicht.
Das Preisniveau im iOS App Store ist einfach nicht mit dem des Mac App Stores zu vergleichen. Ambitionierte iPad Pro-Entwickler werden es also schwer haben ordentlich entlohnt zu werden für ihre Arbeit.

Wer braucht also ein iPad Pro?

Momentan würde mir eigentlich nur eine Zielgruppe einfallen oder vielleicht zwei.

Erstens: Early Adopter mit zieviel Geld und wenig Ahnung und zweitens Leute die mit dem Apple Pencil wirklich etwas anfangen können und, in der Hoffung auf wirklich gute neue Software, das iPad Pro als kreatives Zeichenwerkzeug einsetzten wollen.

Zukunft?!

Das iPad Pro wird garantiert seine Anhänger finden und sei es nur weil es ein Flagschiff ist.
Es wird eine menge Menschen verwirren, die ohnehin schon unetschlossen waren, ob sie ein Tablet zu ihrem Haupt-Device machen sollten oder nicht und es wird bestimmt schnell ein Update erfahren.

Mir ist nämlich völlig unklar, warum das teuerste aller iOS Devices ohne das allerneuste Hardware Feature Apples in die Läden kommt: 3D Touch.

Am besten also erstmal die Finger davon lassen und abwarten!

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