Yik Yak und Whisper im Trend: Social Media wird anonym!

Yik Yak Whisper

Mit sozialen Netzwerken wie Yik Yak und Whisper wird aktuell ein neuer Trend in Sachen Social Media eingeläutet. Keine Profile, keine Anmeldung keine Nutzerkonten und Austausch in der direkten lokalen Umgebung sind die Merkmale des nächsten großen Dings.

04.01.2016

Whisper und Yik Yak sind die Antwort auf die, inzwischen vielleicht etwas ermüdende, ständige Selbstdarstellung der eigenen Person in sozialen Netzwerken.
Während es bei Instagram, Facebook und selbst bei Twitter fast nur darum geht sich mit seinen eigenen Inhalten in ein gutes Licht zu stellen, verzichten die beiden Apps komplett auf dieses Detail.

Das Anlegen eines Profils ist dort nicht erforderlich und geteilte Inhalte können, von anderen Nutzern, nicht auf ihren Urheber zurück verfolgt werden.
Im Mittelpunkt stehen die Botschaften, nicht die Nutzer. Ziemlich ungewohnt für ein Soziales Netzwerk.

Whisper

WhisperLogoApp

Whisper gibt es schon seit dem Jahr 2012 ist also kein wirklicher Neuling mehr im Geschäft und hat bereits Millionen von Nutzern. In 2013, soll die Desktop-Variante, die sich über den Webbrowser aufrufen lässt, auf rund 2,5 Milliarden Seitenaufrufe pro Monat gekommen sein. Mit Veröffentlichung der App für Mobilgeräte wurde dann auch das Geo-Feature relevant. Seitdem lassen sich Statusmeldungen aus der eigenen Umgebung anzeigen.

Auf Whisper erstellen die User Textbotschaften, die man entweder mit einem vom System vorgeschlagenen oder it einem eigenen Bild unterlegt.
Da man als Sender nicht erkannt wird, soll man angeregt werden dort Dinge zu verraten, die man unter anderen Umständen nicht mit der Community teilen würde. Auf die Statusmeldungen kann, ebenfalls anonym, geantwortet werden und es gibt einen Chat.

Whisper handelte sich schnell den Ruf einer “Läster-App” ein, in der gerade junge Leute übereinander herziehen. Und natürlich wird die Plattform auch als Flirt-Möglichkeit genutzt. Für viele ist der anonyme Ausdruck ihrer Gefühlswelt jedoch zu einem ganz neuen Werkzeug der Kommunikation geworden. Hier teilen Sie Inhalten die sie vielleicht im realen Leben niemandem erzählen würden und bleiben dabei trotzdem unerkannt.
Logischerweise häufen sich pädagogische Bedenken gegenüber Whisper und auch die Datensicherheit wurde schon arg in Frage gestellt.

Yik Yak

YikYak

Yik Yak würde von zwei Studenten aus South Carolina, USA gegründet, die es zunächst als eine lokale Twitter Alternative für ihre Hochschule entwickelt haben.

Auch hier gibt es keine Nutzerprofile und alles was gepostet wird bleibt völlig anonym. Gegenüber Whisper verzichtet Yik Yak zur Zeit noch komplett auf multimediale Inhalte und beschränkt sich auf Textbotschaften. Im Fokus steht eindeutig der Aufenthaltsort der Nutzer, denn man bekommt immer nur die Nachrichten angezeigt, die im unmittelbaren Umfeld verfasst worden sind.

Postings, die hier Yak’s genannt werden, lassen sich, ähnlich wie bei Reddit, mit einem “Daumen hoch und Daumen runter” System auf und abwerten und geben so ihre momentane Popularität im Netzwerk an.

Yik Yak hat aktuell ca. 1,8 Milliarden Nutzer und verfügt über genügend Venture Kapital um den Markt ordentlich aufzumischen.
Aktuell lässt sich die App für das iPhone nur im amerikanischen App Store laden, doch auch in Deutschland gibt es schon einige Nutzer.

Anonymität als neuer Trend

Nach dem Snapchat allen gezeigt hat, dass die Inhalte Sozialer Medien auch erfolgreich sein können, wenn sie vergänglich sind, gehen Apps wie Yik Yak und Whisper den nächsten Schritt.
Sie wollen beweisen, dass Social Media sogar dann noch funktioniert, wenn Identität der Sender verschleiert bleibt. Trotz aller Sicherheitsbedenken und trotz der Gefahr von Missbrauch, irgendwie ein beruhigender Gedanke.

Sag was dazu!