YOLOCAUST

YOLOCAUST ist Satire hart an der Grenze, höchst diskutabel aber kommt gerade Recht, in Zeiten in denen unsere Errinerungskultur vom rechten Rand der Gesellschaft torpediert wird.

19.01.2017

Um mal eins klarzustellen: Es kann nicht darum gehen pauschal jeden zu Verachten und öffentlich bloßzustellen, der ein Selfie am Holocaust Mahnmal in Berlin knipst. So etwas passiert nicht immer auf eine derart verabscheuende Weise wie oben auf dem “Jumping on Dead Jews” Bild zu sehen ist.

Deshalb könnte es gut sein, dass “Yolocaust” das thematisch den Gegenentwurf zur Nazi-Rede von Björn Höcke darstellt ebenfalls viele Menschen vor den Kopf stößt.
Doch “YOLOCAUST” ist Satire und die muss, wie Tulcholski schon sagte “übertreiben” denn sie “ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird.”

Unsere “Selfie-Kultur” lässt sich an vielen Beispielen da draussen kritisieren und so eben auch an diesem hier. Ob eine Interpretation darüber hinaus gerechtfertigt ist muss jeder selbst entscheiden.

Jetzt ist “YOLOCAUST” jedoch zufällig in einen völlig anderen Diskurs-Strang gerauscht und wird mitgezogen.

Und das ist gut, denn auch wenn die eigentliche Aussage des Projektes für mich (trotz der teilweise zu verabscheuenden Posen) dann doch zu pauschal ist, zeigt sie mit dem Finger auf die noch viel abscheulichere historische Wahrnehmung eines Björn Höcke und die ist leider keine Satire sondern war erst gemeint.

Yolocaust ist ein Projekt des israelischen Satirikers und Autors Shahak Shapira, das unsere Erinnerungskultur durch das Kombinieren von Selfies am Holocaust-Mahnmal in Berlin mit Bildmaterial aus Vernichtungslagern hinterfragt. Die Selfies wurden auf Facebook, Instagram, Tinder und Grinder gefunden. Kommentare, Hashtags und „Likes“ aus den Selfies wurden ebenfalls übernommen.

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