Malta – eine kleine Insel avanciert zum Digital Hub

Photo by Daniel Sjöström (Author), CC BY-ND 2.0 (Licence)

Malta ließe sich auf der Weltkarte ganz einfach übersehen, die Inselrepublik umfasst gerade mal 316 km² Landfläche im Mittelmeer. Drei bewohnte Inseln stehen vier menschenleeren Mini-Inseln entgegen, die Gesamteinwohnerzahl beträgt etwas mehr als 400.000 Menschen. Und doch bahnen sich gerade dort, zwischen Wellen und Strand, echte digitale Wunder an.

Der Name »Malta« besitzt punische Wurzeln, »malet« bedeutet in dieser Sprache so viel wie »Zufluchtsort«. In modernen Zeiten ist die Inselgruppe als Steuerparadies bekannt, in diesem Sinnen passt die alte Bezeichnung noch heute teilweise! Im digitalen Zeitalter lässt sich von diesem malerischen Ort aus die ganze Welt erreichen, darum fällt es gerade den netzbasierten Unternehmen leicht, ihren Standort dorthin zu verlegen. Ganz automatisch bahnen sich deshalb auch von Malta aus fundamentale virtuelle Entwicklungen an; die Konzentration an frischen Start-ups und bekannten Global Players ist einfach enorm hoch. Zudem öffnet die renommierte MGA Lizenz (Malta Lotteries and Gaming Authority Licence) Tür und Tor für zukunftsweisende iGaming-Unternehmen, die teilweise in anderen Regionen gar nicht möglich wären. Sie bildet den zuverlässigen rechtlichen Rahmen für zahlreiche Internetprojekte im Casino-, Poker- und Sportwettenbereich. Die MGA verlangt von den vor Ort agierenden Unternehmen selbstverständlich die Erfüllung sämtlicher Lizenzbedingungen, wie zum Beispiel die Ernennung eines vor Ort lebenden Directors und die Anbindung an einen Server auf Malta. PokerStars, einer der Marktführer in Sachen iGaming, setzt ebenfalls auf die MGA, um seine bekannte Plattform weltweit anzubieten. Die maltesische Institution greift natürlich auf ihre Weise regulierend ein, um den Markt vor Betrug, unfairem Spiel, Korruption, krimineller Unterwanderung und Geldwäsche zu schützen.

Ein seriöses Unternehmen benötigt genau diese rechtssichere Basis, um stabile Zukunftspläne zu entfalten, die auf rundum legalen Füßen stehen. Auch die aufstrebende Krypto-Branche hat Malta für sich entdeckt, aktuell verschlägt es die erfolgreiche Exchange Binance ins Inselparadies. Erst im letzten Jahr gegründet, verzeichnet das Unternehmen Monat für Monat enorme Zuwachsraten, doch auf dem asiatischen Kontinent konnte es nicht so frei agieren, wie gewünscht.

Als vor einigen Wochen die japanische Zeitung Nikkei meldete, dass Binance ohne gültige Registrierung arbeitet, sackten die Bitcoin-Preise dermaßen ab, dass sich beinahe eine Panik ergab. Stabilität ist in diesem Geschäft alles, doch die ist in Asien aktuell kaum garantiert, da die Regierungen die freie Entfaltung durch immer wieder neue Hindernisse behindern. Der volatile Krypto-Markt aber verlangt nach dauerhafter Rechtssicherheit, und die verspricht die Malta Lotteries and Gaming Authority.

Photo by QuinceMedia (Author), CC0 Creative Commons (Licence)

Malta gilt als enorm krypto-freundlich, die Zukunftsbranche fühlt sich hier pudelwohl. Auch verschiedene andere FinTech-Zweige sowie verwandte Metiers haben sich in der Inselrepublik angesiedelt. Der mediterrane Standort dient vielen von ihnen auch als Sprungbrett nach Afrika, das immer mehr zum Testgebiet für neue Finanztechnologien avanciert. Blockchain und Co. gedeihen in diesem Umfeld wunderbar, vor allem auch deshalb, weil sie sich in wachsender, eng vernetzter Gesellschaft befinden, die potentielle Investoren geradezu magisch anzieht.

Mittlerweile haben sich Hunderte von ITC-Firmen auf Malta niedergelassen, auch Cisco, Microsoft und Oracle sicherten sich bereits ihre Standorte. Hochspezialisierte Mini-Firmen fühlen sich ebenfalls von den hervorragenden Bedingungen angezogen, so entwickelt sich allmählich ein Markt, der maßgeschneiderte Lösungen bereithält, fernab der sonst üblichen Befriedigung breiter Massen. Neue Entwicklungen lassen sich in diesem geschützten, digitalen Reservat recht einfach anstoßen und austesten, bevor sie dann in die große, weite Welt entlassen werden. Darum zieht sich das eine oder andere deutsche, französische oder niederländische Start-up auch zu Anfang sehr gern hierher zurück, knüpft spannende Geschäftskontakte und freut sich über die freie Entfaltungsmöglichkeit, die ihm dieses Land im Meer bietet.

Derzeit plant Malta laut Medienberichten die Einrichtung einer neuen Behörde mit dem Namen »Malta Digital Innovation Authority«, die dazu dient, noch mehr Investoren anzulocken. Außerdem soll sie den wachsenden Kryptomarkt ins Auge fassen und passende Regulierungen vornehmen, sodass auch in Zukunft alles in geregelten Bahnen verläuft.

Photo by geralt (Author), CC0 Creative Commons (Licence)

Ganz nebenbei besitzt Malta ein malerisches Landschaftsbild mit zahlreichen schönen Stränden und einem oftmals strahlend blauen Himmel. Ein bisschen Freizeit bleibt neben all der Geschäftemacherei immer noch übrig, und die lässt es sich an diesem Ort trefflich versüßen.

Und, by the way: Wer hat schon etwas dagegen, tagtäglich einen Arbeitsplatz mit Blick aufs Meer aufzusuchen, um in der Mittagspause mal kurz in die warmen Wellen zu tauchen? Angenehmer kann ein Standortvorteil kaum sein!