Nordindien: Auf Kamelrücken durch die Wüste Thar

Im Oktober 2011 waren wir in Nordindien unterwegs, und machten auch eine ausgedehnte Tour durch den Bundesstaat Rajasthan.
Die Stadt Jaisamler ist unter Individualreisenden bekannt als das Tor für Ausflüge in die Wüste Thar.
Von dort sind wir zu unserem viertägigem Aufenthalt unter freiem Himmel aufgebrochen und hatten dort rückblickend wohl einige der besten aber auch schmerzhaftesten Erlebnisse im ganz Indien.
Die Wüste Thar ist zwar als Sandwüste klassifiziert, dort befinden sich aber auch jede Menge Sträucher und Gestrüpp, was auf den ersten Blick etwas befremdlich wirkt. Die Hitze ist jedoch genauso wie man es sich in einer Wüste vorstellt, und große Sanddünen gibt es ebenfalls zu Hauf.
Es war ein absolut magisches Erlebnis nur mit einem Schlafsack unter dem klarsten vorstellbaren Himmel zu übernachten, und nichts weiter als Sterne zu sehen, die sich bei genauem hinsehen im laufe der Nacht scheinbar um eine herum bewegt haben.
Da blieb eine Menge zeit dazu einmal ganz bei sich zu sein. In so einer Nacht spürt man förmlich, wie klein und unbedeutend man auf der Welt eigentlich ist, und wie dabei doch gleichzeitig das Zentrum der eigenen Wahrnehmung und somit der Mittelpunkt von allem ist. Ein unglaubliches Erlebnis das sich nicht im Worte fassen lässt.
Der schmerzhafte Teil des Trips fing eigentlich schon nach gut zwei Stunden auf dem Kamel (welches eigentlich ein Dromedar war) an. So ein Hintern ist einfach nicht daran gewöhnt in so einer speziellen Position zu verweilen und dabei nonstop hin und her zu schaukeln. Ohne Übertreibung hätte ich manchmal lieber das Kamel getragen, als auch nur eine Minute länger drauf zu sitzen!
Zum Glück hatten wir sehr freundlich Guides dabei, die mit Witz, guter Bewirtung und jeder Menge Geschichten die Zeit und die Schmerzen wie im Flug Vergehen ließen.
Wir habe auch zwei Wüstendörfer besucht und dort wirklich nette Menschen getroffen, aber dazu ein andermal mehr…

Thar Desert