Urban Encounters – Jimu Kobayashi “ Keramik als Kunst“

May I introduce you…:

Jimu Kobayashi, 26 Jahre alt, studierte bis 2020 Industrial Design im Bachelor an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Heute arbeitet der gebürtige Düsseldorfer als Designer für das Kölner Label Onomao und hat sich als Keramikünstler selbstständig gemacht.

17.03.2022

(von Tara Theisen)

Tara und Jimu treffen sich in seinem Atelier in Düsseldorf und sprechen über seine Inspiration, seinen Werdegang und die Freiheit als Künstler ohne finanziellen Druck arbeiten zu können.

Würdest du dich als Künstler beschreiben? 

In Bezug auf meine selbständige Keramikkunst würde ich mich definitiv als Künstler bezeichnen, da ich mit dieser Tätigkeit neue Dinge erschaffe.

Was bedeutet Kunst für dich?

Kunst ist für mich Erschaffung. Etwas kreieren, was dann haptisch und in der Form da ist, also neu existiert. Auf emotionaler Ebene ist Kunst für mich eine Form freien Ausdrucks, von meinen eigenen, persönlichen Einflüssen. 

Wann hast du dich entschieden kreativ zu „arbeiten“? 

Also, das war definitiv ein Entwicklungsprozess, ich habe mich jetzt nie konkret dazu entschieden, Künstler zu werden. Ich habe einfach angefangen kreative Dinge zu erschaffen und irgendwie habe ich mich auf diese Art selbst dazu „geformt“. Ich habe mich vorher eigentlich auch nie als Künstler gesehen, dass ich mich als Künstler identifiziere, hat sich durch die Ausstellungen, an denen ich beteiligt war und die Rückmeldungen, die ich so erhalten habe, entwickelt.

Dass ich mich speziell zu einem Kreamikkünstler entwickelt habe, ist dadurch entstanden, dass ich das Material schön fand, ich fand es bereichernd damit zu arbeiten, seine Formbarkeit und die vielen Techniken im Kontext von Keramik haben mich einfach sehr begeistert und interessiert. Irgendwann hatte ich dann auch selbst den Anspruch, in diesem Fachbereich immer besser zu werden und habe es weiterverfolgt.

Was macht dich und deine kreative Arbeit aus?

Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich finde meine Arbeit ist affektiv, sie lebt von dem Moment, in dem ich sie erschaffe. 

Was war für dich bisher deine wichtigste/prägendste Arbeit? 

Das war eine Ausstellung, die im Rahmen einer Masterabschlussarbeit eines Bekannten von mir entstanden ist, die Arbeit sollte zum Thema „Freibad“ gestaltet werden und er hat mich und diverse weitere Künstler gefragt, ob ich etwas gestalten möchte. Ich habe dann dazu ein Mosaik kreiert aus 2400 Mosaiksteinen, die ich selber geschnitten, abgewischt, glasiert und gefärbt habe.

Das war für mich einfach mal etwas anderes als an der Töpferscheibe zu arbeiten, sondern das war eine Arbeit die eine ganz andere Form angenommen hat, das war eine sehr wichtige Erfahrung für mich, Keramik noch einmal ganz anders zu erleben und es war schön zu sehen wie ich eine Idee aus meinem Kopf in die reale Welt bringen konnte:

Wodurch wirst du am meisten inspiriert und wann fühlst du dich am kreativsten?

Durch Ruhe. Wenn ich wirklich Ruhe in mir und um mich herum habe, fühle ich die Inspiration in mir und kann mich mehr auf meine Umgebung fokussieren, sodass ich diese Einflüsse aufnehmen kann. Kreativ „sein“ bedeutet nach meinem Verständnis, dass man tatsächlich was macht, demnach fühle ich mich während meiner Schaffensprozesse am kreativsten.

Was würdest du dir von Düsseldorf wünschen, wie könnte die Stadt dich als kreativ arbeitende am besten unterstützen & was funktioniert vielleicht dank Düsseldorf schon besonders gut für dich?

Was sehr gut funktioniert ist, dass es ein Ort ist, an dem viele kreative Menschen zusammenkommen und alle sehr offen aufeinander zugehen. Alle sind immer offen für neues, für anderes und haben Lust sich miteinander zu connecten. Es gibt wirklich eine gewissen Art von Wertschätzung, die ich bemerke und beobachte. Was ich mir wünschen würde ist, dass die Stadt sich dazu entschließen würde mehr kulturelle Projekte zu finanzieren.

Was machst du, um mal vom kreativen Druck Abstand zu bekommen? 

Da ich hauptberuflich als Designer für Onomao arbeite, fühle ich zum Glück in meiner Selbstständigkeit als Künstler nicht diesen finanziellen Druck, wie wenn ich nur das als Arbeit hätte. So kann ich mich ohne wirklichen Druck als Künstler frei ausleben und trotzdem dabei Geld verdienen.

Dennoch brauche ich wie jeder Mensch einen gewissen Ausgleich, deswegen mache ich sehr viel Sport und ich habe ein kleines musikalisches Projekt, das Butter heißt, welches ich zusammen mit einem Freund mache. 

Was würdest du als junger aufstrebender Künstler der nächsten kommenden Generation mit auf den Weg geben wollen?

Versucht, euch nicht vom Internet, Social media und vor allem Instagram zu krass beeinflussen lassen!

Wo kann ich dich finden, wenn ich mehr von dir sehen will?

Instagram

https://david-haase.com/work/vogue-jimu-kobayashi/

https://www.nrw-forum.de/ausstellungen/freibad

 

Darf ich ein Foto von deinen Arbeiten zeigen?

Ja, darfst du. (schmunzelt)

________________________

Aufgewachsen in Mitten der Kunst und Kulturszene von Düsseldorf besucht und interviewt die angehende Sozialarbeiterin Tara Theisen in ihrer Rubrik ‚Urban Encounters‘ junge und aufstrebende KünstlerInnen. Tara möchte den KünsterInnen die Möglichkeit geben auf sich aufmerksam zu machen und sie so in ihrem Werdegang unterstützen. Im Master möchte sie Kultur, Ästhetik, Medien an der Hochschule Düsseldorf studieren.

________________________

 

*** Belong to the cool Kids! It’s Easy: Follow this Blog on Twitter, experience ZWENTNERS’s Life on Instagram and listen to our Podcast about Vinyl ***